Buchempfehlung: "Good Strategy, Bad Strategy: The Difference and Why it Matters" von Richard Rumelt

Dienstag, 13. Dezember 2011

Auch in diesem Jahr ist wieder eine ganze Reihe neuer Bücher zum Thema strategische Unternehmensführung veröffentlicht worden. Das vielleichte beste unter ihnen ist Good Strategy, Bad Strategy: The Difference and why it Matters von dem weltweit anerkannten amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler, Managementberater und Strategieexperten Richard Rumelt (New York: Crown Business, Hardcover, 322 Seiten). Das Buch ist sowohl seitens der Forschung als auch seitens der Unternehmenspraxis mit breitem Wohlwollen aufgenommen worden und war zu recht für den diesjährigen Financial Times & Goldman Sachs Business Book of the Year Award nominiert.

Good Strategy, Bad Strategy ist nicht nur für jedermann verständlich geschrieben, sondern obendrein überaus unterhaltsam, was für ein Managementbuch eher die Ausnahme darstellt. Mit scharfem Verstand und beruhend auf seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Strategieberater analysiert Rumelt unzählige Fallbeispiele aus der Wirtschaft, Politik, dem Militärwesen und dem gemeinnützigen Sektor, um seine Ideen zu illustrieren und zu untermauern. Neben beeindruckenden Erfolgsgeschichten wie Apple, Starbucks, Ikea, dem Getty Trust  oder dem Sieg Hannibals über die Römische Armee im Jahr 216 v. Chr. werden auch diverse Negativbeispiele beleuchtet, wie etwa General Motors, Enron, die Pleite der Lehman Brothers und der Afghanistan Krieg.

Gleich in der Einleitung lässt Rumelt den Leser wissen, dass viele Manager heutzutage zwar behaupten, über eine Strategie zu verfügen, dies in Wirklichkeit jedoch gar nicht der Fall ist. Stattdessen besitzen sie eine Reihe von mehr oder weniger realistischen Leistungszielen oder, schlimmer noch, wage formulierte Visionen, Ambitionen und Werte. Diese irrtümlich unter dem Deckmantel „Strategie“ zusammengefassten Elemente bezeichnet Rumelt als „bad strategy“. Schlechte Strategien entstehen, so der Autor, wenn sie auf schlechten Doktrinen beruhen, wenn harte Entscheidungen vermieden werden und/oder wenn Führungskräfte die wahre Natur einer Herausforderung verkennen.

Gute Strategien hingegen haben, laut Rumelt, eine grundlegende logische Struktur, die drei  Bestandteile beinhaltet: eine Diagnose der Herausforderung, eine Richtlinie für den Umgang mit dieser Herausforderung sowie ein koordiniertes Maßnahmenpaket zur Durchführung der festgelegten Richtlinie. Rumelt bezeichnet dies als den Kern („kernel“) aller Strategiearbeit. Im Wesentlichen geht es dabei darum, durch systematische Analyse einen einzigartigen Blick auf das Marktumfeld zu entwickeln, der sich deutlich von dem der Konkurrenz unterscheidet, und einen Weg zu finden, der Herausforderung auf kreative und strukturierte Weise zu begegnen.

Good Strategy, Bad Strategy preist dem Leser keine vereinfachte und detaillierte Schritt-für-Schritt-Handlungsvorlage zur Strategieentwicklung an. Vielmehr ist Rumelt’s Buch ein Plädoyer für die Wichtigkeit analytischen Denkens in der Strategiearbeit. Im zweiten Teil des Buches, „Sources of Power“, erklärt er anhand von Beispielen, wie man sich durch intelligentes Fragenstellen zum wahren Kern einer vermeintlichen Herausforderung vorarbeiten kann.

Rumelt’s Buch Good Strategy, Bad Strategy ist auf dem besten Wege ein Klassiker der modernen Managementliteratur zu werden. Eine Pflichtlektüre für alle Strategieverantwortlichen!

Rumelt Buch