Fünf Business Trends für 2015

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Trends im Auge zu behalten und auf mögliche positive und negative Auswirkungen auf das Geschäft hin zu analysieren ist eine der wichtigsten Aufgaben von Strategieverantwortlichen. Wir haben uns daher mal im Web für Sie umgeschaut und fünf Business Trends ausgemacht, die Sie nach Expertenmeinung in den kommenden zwölf Monaten und höchst wahrscheinlich noch darüber hinaus beschäftigen dürften. Einige dieser Trends bieten einzeln oder in Kombination echte Innovationsmöglichkeiten, was die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen als auch ganzer Geschäftsmodelle betrifft. Andere hingegen stellen traditionelle Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.

  • Sharing Company

    Während gemeinschaftlicher Konsum längst zum gesellschaftlichen Mainstream geworden ist und fast täglich neue Start-ups aus dem Boden schießen, die Verbraucher in die Lage versetzen, schnell und unkompliziert alles Mögliche vom Kleidungsstück bis hin zum Auto miteinander zu teilen und tauschen, steckt „Peer-to-Peer Enterprise Exchange“, also der offene Austausch von Ressourcen zwischen Unternehmen, derzeit noch in den Kinderschuhen. Doch nach Einschätzung von Robert Vaughan, Wirtschaftsexperte bei PwC, könnte sich dies rasch ändern. Er ist überzeugt, dass „Sharing Companies“, die ihre materiellen und immateriellen Vermögenswerte, wie Produktionsanlagen und -ausrüstungen, Vertriebskanäle, Mitarbeiter, Know-how und Patente, mit anderen Unternehmen teilen, nicht nur effizienter operieren können als nicht-teilende Unternehmen, sondern auch größere Innovationspotenziale freisetzen, die allen Beteiligten zu Gute kommen, nicht zuletzt den Verbrauchern. Robert Vaughan schätzt, dass die Chancen, die sich aus dem Peer-to-Peer Enterprise Exchange ergeben, jene der Sharing Economy übertreffen werden.

  • Branded Government

    2015 wird das Jahr sein, in dem zukunftsweisende Brands wichtige Veränderungen in der Zivilgesellschaft anstoßen, übernehmen und unterstützen werden, so Trendwatching.com, eine der weltweit führenden Konsumforschungsagenturen. Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der jungen Menschen weltweit glaubt, dass Regierungsorganisationen die drängendsten sozialen und wirtschaftlichen Probleme nicht mehr alleine werden lösen können, und erwarten daher zunehmend ein stärkeres Engagement von privaten Unternehmen. Das Konzept des „Branded Government“ geht dabei über den bisher praktizierten Ansatz der Corporate Social Responsibility weit hinaus. Es geht darum, gezielt staatliche Unzulänglichkeiten zu identifizieren und durch Partnerschaften oder direkte Zusammenarbeit mit den betroffenen Menschen einen realen und nachhaltigen positiven Wandel zu bewirken. Ein Beispiel hierfür ist die Echtzeit-Navigationsapp „Connected Citizens“ von Waze, die es Verkehrsteilnehmern und städtischen Behörden ermöglicht, aktuelle Daten zur Verkehrslage auszutauschen. An dem international angelegten Projekt haben sich bereits zehn große Städte wie Los Angeles, Rio de Janeiro, Barcelona und Tel Aviv beteiligt.

  • Mobile Payment setzt sich durch

    Mobile Payment, darin sind sich die Fachleute einig, wird sich 2015 auch in Deutschland immer mehr durchsetzen. Tobias Schreyer, Experte im Bereich internationale elektronische Bezahlprozesse, geht davon aus, dass sich Apple mit Apple Pay „als stärkste Kraft in diesem Segment positionieren“ wird. Zudem prognostiziert er, dass „2015 neue mobile Bezahlmethoden auf den Markt kommen, was die gesamte Branche unter Anpassungsdruck setzen wird.“ Es ist damit zu rechnen, dass Verbraucher die mobilen Bezahlmethoden auch hier zu Lande rasch annehmen werden, worauf Händler reagieren sollten. Ein gutes Beispiel, wie dies auf innovative Weise geschehen kann, bietet Starbucks mit seiner Order-Ahead App, die im Oktober vergangenen Jahres in den USA testweise eingeführt wurde und auf sehr positive Resonanz gestoßen ist. Die App erlaubt es Kunden, ihre Starbucks Getränke vorzubestellen und mit ihrer registrierten Starbucks Card bargeldlos zu bezahlen. Das ist nicht nur bequem, sondern spart vor allem Zeit.

  • Social Shopping

    Ein weiterer Trend, der sich 2015 wahrscheinlich endgültig durchsetzen wird, ist das Social Shopping. Dank einer neuen Shopping-Funktion werden Unternehmen soziale Netzwerke künftig nicht mehr nur als Marketing- und Kommunikationskanäle, sondern auch als Verkaufsplattformen nutzen können. Mit Hilfe eines Kauf-Buttons können User dabei die in den Werbeanzeigen oder Status Updates angepriesenen Produkte sofort kaufen, ohne den Umweg über die Seite des Online-Händlers gehen zu müssen. Der Social Media ROI von Unternehmen dürfte sich dadurch deutlich erhöhen. Während Instagram seinen „Like2Buy“-Button bereits erfolgreich eingeführt hat, befinden sich die Kauffunktionen von Facebook und Twitter derzeit noch in der Testphase. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass sie diese im Laufe des Jahres offiziell ausrollen werden.

  • Start-ups als Nebenerwerb

    Dank kostengünstiger Technologien wie Cloud-Storage oder mobilen Bezahl-, Logistik- und ERP-Systemen, ist es noch einfacher geworden, ein eigenes Online-Business aufzuziehen. Jim Price, Serien-Unternehmer und Professor an der Ross School of Business der Universität Michigan, schätzt, dass 2015 für den Aufbau eines Internet Start-ups nur noch ein Viertel der Zeit und gerade einmal ein Zehntel der Kosten benötigt werden als es vor gut zehn Jahren der Fall war. Dadurch wird es Menschen möglich, ihren regulären Ganztagsjob und die damit verbundene finanzielle Absicherung zu behalten und nebenbei ohne allzu großen materiellen und zeitlichen Aufwand ihr Wunschunternehmen zu gründen. Sobald dies erfolgreich läuft, können sie ihre Arbeitsstunden verringern oder kündigen und sich voll und ganz ihrem Start-up widmen. Für etablierte Unternehmen bedeutet dies, dass sie mit immer mehr neuen Konkurrenten am Markt rechnen müssen.