Der SOLYP-Blog wird ein Jahr alt!

Dienstag, 18. Dezember 2012

Dieser Tage feiert der SOLYP-Blog sein einjähriges Bestehen! Seit Dezember 2011 informiert er nunmehr regelmäßig und ausführlich über aktuelle Fragen und Trends rund um das Thema strategische Planung. Neben vielen fachlichen Beiträgen, konnten sich die Leser auch über spannende Buchempfehlungen sowie detaillierte Nachberichte von Webinaren, Konferenzen, Business Dinnern und anderen Strategieveranstaltungen freuen. Dadurch konnten sie von dem breiten Wissens- und Erfahrungsschatz vieler Vertreter aus Wissenschaft und Unternehmenspraxis profitieren.

Der mit Abstand meist gelesene Blogbeitrag in diesem Jahr war derjenige zum Thema Megatrends. In den wirtschaftlich unsicheren Zeiten, in denen wir uns leider nach wie vor befinden, kommt dies wenig überraschend. Bieten wirtschaftliche, gesellschaftliche, ökologische und technologische Megatrends doch eine wertvolle Orientierungshilfe für die langfristige Unternehmensplanung.

Neben der Schärfung des Blicks für langfristige, tiefgreifende Transformationsprozesse, war Agilität in der strategischen Planung ein weiteres Thema, das Unternehmen und Führungskräfte in diesem Jahr besonders beschäftigt hat. Wir haben dieses Thema auf unserem Blog aufgegriffen und sind der Frage nachgegangen, wie sich Planungsagilität in volatilen Märkten erhöhen lässt. Szenarioplanung als Mittel der strategischen Frühaufklärung sowie die Fähigkeit, strategische und taktische Maßnahmen rasch und effizient umsetzen zu können, spielen hierbei eine große Rolle.

Damit wären wir auch schon beim nächsten wichtigen Thema in diesem Jahr: Strategic Alignment. Die konsequente Ausrichtung des Handelns aller Mitarbeiter und Abteilungen an der Unternehmensstrategie ist der wahrscheinlich wichtigste Treiber für eine erfolgreiche Strategieumsetzung. Mangelndes Strategic Alignment zählt unserer Meinung nach daher auch zu den häufigsten Strategiefehlern. In unserem Blogbeitrag zum Thema können Sie viele Tipps nachlesen, wie Sie Ihre Mitarbeiter auf eine gemeinsame Linie einschwören können, angefangen von einer effektiven Kommunikation und Partizipation über finanzielle Anreize bis hin zu einer klaren Rollenverteilung.

Noch relativ neue und weniger verbreitete Strategietools und -methoden wurden über das Jahr hinweg ebenfalls immer wieder mal vorgestellt. So zum Beispiel das Business Wargaming, das insbesondere in Branchen, die sehr wettbewerbsintensiv sind und raschen, schwer vorhersehbaren Veränderungsprozessen unterliegen, erfolgreich eingesetzt werden kann. Beim Business Wargaming werden dynamischen Geschäftssituationen durch Rollenspiele simuliert. Ziel ist es, wahrscheinliche Reaktionen von Wettbewerbern und anderen Stakeholdern auf veränderte Marktbedingungen vorherzusagen und in die eigene Strategieentwicklung einzubeziehen.

Eine weitere Methode, die zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die strategische Corporate Social Responsibility (CSR). Bei der CSR geht es darum, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und diese in die Unternehmensstrategie und das operative Kerngeschäft zu integrieren. Dies geschieht jedoch nicht aus reiner Nächstenliebe oder Naturverbundenheit heraus. Ziel ist es vielmehr, einen gemeinsamen Mehrwert („Shared Value“) zu erzeugen, indem CSR-Aktivitäten einen Nutzen sowohl für die Gesellschaft als auch für das Unternehmen selbst generieren, beispielsweise in Form einer effizienteren Produktion (Kosteneinsparungen), einer erhöhten Reputation beim Kunden, einer größeren Attraktivität als Arbeitgeber oder einer gesteigerten Innovationskraft. CSR-Aktivitäten können somit als Quelle für Wettbewerbsvorteile dienen.

Viele andere spannende Themen seien hier ebenfalls kurz erwähnt, wie das strategische Marketing, Mitarbeiterpartizipation, Crowdsourcing, Kommunikation oder die immer wiederkehrende Frage nach der optimalen Länge von Planungszyklen.

Ein Thema allerdings, das uns besonders am Herzen liegt und das wir mit Absicht an das Ende dieses Jahresrückblickes stellen wollen, ist die Debatte über die Professionalisierung der Strategiearbeit, die vor allem in den angelsächsischen Ländern in den letzten Monaten verstärkt geführt wurde. Das Berufsbild des strategischen Unternehmensplaners ist nach wie vor nicht klar umrissen. Strategieverantwortliche sind ein bunt gemischter Haufen, die die vielfältigsten Jobtitel innehaben und über die unterschiedlichsten Qualifikationen und beruflichen Hintergründe verfügen. Viele sehen die Strategiearbeit zudem nur als Zwischenstation und Sprungbrett für andere leitende Funktionen an. Um die Qualität der Strategiearbeit nachhaltig zu verbessern und ihre Legitimität gegenüber Aufsichtsräten und Führungskräften zu erhöhen, ist daher eine Professionalisierung dringend notwendig. Die einschlägigen Fachverbände in den USA und in Großbritannien haben auf dieses Problem bereits reagiert, indem sie sich bemühen, allgemeingültige Leistungsstandards und darauf aufbauenden Zertifizierungsprogrammen für Strategyprofessionals zu entwickeln und etablieren. Der Weg hin zu einer Professionalisierung der Strategiearbeit scheint allerdings noch lang und es bleibt zu hoffen, dass künftig weitere Anstrengungen in diese Richtung sowohl auf internationaler als auch nationaler Ebene unternommen werden.

Haben Sie Wünsche und Vorschläge, welche Themen wir im kommenden Jahr behandeln sollten? Dann schreiben Sie einen Kommentar und teilen Sie sie uns mit! Über Ihr Feedback würden wir uns sehr freuen!