Die besten Quellen für Marktinformationen

Mittwoch, 03. April 2013

Gute Marktkenntnisse sind unabdingbar, um fundierte strategische Entscheidungen zu treffen. Neben quantitativen Daten zur Marktgröße und -entwicklung müssen auch diverse qualitative Daten bezüglich der Verhaltensweisen, Erwartungen und Einstellungen von Verbrauchern, Wettbewerbern und anderen Marktteilnehmern gesammelt und analysiert werden. Die Suche nach aussagekräftigen Informationen erweist sich allerdings nicht selten als mühsam und zeitaufwendig. Um Ihnen diese Arbeit ein wenig zu erleichtern, haben wir hier eine kleine Auswahl geeigneter Informationsquellen zusammengestellt:

  • Amtliche Statistiken
    Das Statistische Bundesamt stellt statistische Informationen zu Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt in Deutschland kostenlos und lizenzfrei zur Verfügung. U.a. findet man hier vierteljährlich und jährlich aktualisierte Konjunktur- und Strukturdaten aufgeschlüsselt nach Branchen und Bundesländern. Statistisches Material zu allen EU-Mitgliedsstaaten liefert Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union.

  • Amtliche Bekanntmachungen
    Auf der Webseite des Bundesanzeigers finden sich zentral zusammengefasst alle veröffentlichungspflichtigen Unternehmensdaten wie Jahresabschlüsse, Insolvenzbekanntmachungen oder Kapitalmarktinformationen. Neben dem kostenlosen Onlineportal kann auch ein gebührenpflichtiger Informationsdienst in Anspruch genommen werden, der regelmäßig Updates zu ausgewählten Unternehmen oder Regionen liefert.

  • IHKs
    Regionale Statistiken lassen sich gut über die örtlichen Industrie- und Handelskammern beziehen. Mit dem IHK-Finder können Sie schnell und bequem die IHK in Ihrer Nähe ausfindig machen. 

  • Private Statistikdienstleister
    Noch relativ neu, aber bereits sehr beliebt bei den Nutzern ist das Statistik-Portal Statista. Statista bündelt statistisches Informationsmaterial zum deutschen und internationalen Markt aus einer Vielzahl von Quellen wie Marktforschungsinstituten, Verbänden, Fachpublikationen und staatlichen Ämtern und Behörden. Ca. 10% der Datenbasis sind für jedermann frei zugänglich. Die Kosten für eine Premiummitgliedschaft betragen derzeit 29,90€ monatlich. Darüber hinaus können individuelle Rechercheprojekte in Auftrag gegeben werden, die von Branchenexperten bearbeitet werden.

  • Branchenverbände
    Eine hervorragende Quelle für branchenbezogene Daten sind die Branchenverbände. Die meisten von ihnen betreiben eigene Marktforschung und stellen Datenmaterial und Analysen frei zur Verfügung. Über die Suchmaschine des Deutschen Verbände Forums finden Sie die Namen, Adressen und Pressemitteilungen aller wichtigen Branchenverbände in Deutschland.

  • Kreditinstitute
    Viele Banken veröffentlichen ebenfalls regelmäßig ausführliche Branchen- und Marktinformationen. Empfehlenswert sind hierbei u.a. die Publikationen der Deutschen Bank, Commerzbank und Sparkasse (kostenpflichtig) sowie die Branchenbriefe der Volks- und Raiffeisenbank.

  • Marktforschungsinstitute
    Ein wichtiges Hilfsmittel zur Identifizierung von Trends und Entwicklungen sind die Veröffentlichungen von Marktforschungsinstituten. Diese sind allerdings in der Regel kostenpflichtig. Zudem können Sie hier auch eigene Studien in Auftrag geben lassen. Zu den größten Marktforschungsinstituten in Deutschland gehören die Nielsen Company, GfK, TNS Infratest, Ipsos und BARC. Kleinere Institute sind häufig auf bestimmte Branchen spezialisiert.

  • Unternehmensberatungen
    Ähnlich wie Marktforschungsinstitute veröffentlichen auch Unternehmensberatungen regelmäßig Studienergebnisse, und dies meist unentgeltlich. Zu den bekanntesten Beratungsfirmen gehören McKinsey, Booz, die Boston Consulting Group, Accenture, Capgemini und Horváth & Partners.

  • Wirtschaftsprüfer
    Gleiches gilt für Wirtschaftsprüfer wie Deloitte, PWC, Ernst & Young und KPMG, die auf ihren Webseiten kostenlose Downloads mit Informationen zu aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen zur Verfügung stellen.

  • Firmendatenbanken
    Die Recherche in Firmendatenbanken ermöglicht es, Wettbewerber zu identifizieren und miteinander zu vergleichen. Sehr empfehlenswert, allerdings mit 1.800 Euro nicht gerade günstig im Preis, ist die Hoppenstedt Firmendatenbank. Für preisbewusste Nutzer bietet sich die FirmenWissen Datenbank der Creditreform an, die mit knapp 6 Euro monatlich zu Buche schlägt. Umsonst sind dagegen die Dienste von Online-Portalen wie Hotfrog, Wer-zu-Wem und Wer-liefert-was.

  • Kommerzielle Datenbanken
    Kommerzielle Datenbankenanbieter wie Factiva, LexisNexis und Dialog (ProQuest) bieten Zugang zu aktueller wissenschaftlicher Literatur sowie Presse-, Unternehmens-, Wirtschafts-, Finanz- und Rechtsinformationen auf höchstem Niveau. Die Lizenzen von Factiva und LexisNexis sind leider nur für große Unternehmen erschwinglich. Dialog hat ein etwas ausgefalleneres Preismodel, und zwar wird hier minutenweise nach der Suchdauer abgerechnet. Aus diesem Grund sollten nur interne oder externe Informationsbroker mit der Recherche beauftragt werden, die ausreichend Erfahrung in der Nutzung derart leistungsstarker und komplexer Suchmaschinen haben.

Es zeigt sich, dass auch im Zeitalter von Google und Co. viele wichtige Marktinformationen nicht umsonst zu bekommen sind. Der finanzielle Aufwand lohnt sich jedoch angesichts der großen Bedeutung, die diese Informationen für den langfristigen Unternehmenserfolg haben können. Ausgaben für Informationsbeschaffung wiegen gering gegenüber den möglichen Kosten für strategische Fehlentscheidungen, die aus mangelnder Marktkenntnis heraus getroffen werden.