Digitales Datenmanagement: Die Cloud als Zukunftsmodell?

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Digitales Datenmanagement:
Die Cloud als Zukunftsmodell?

„Die Cloud“ ist längst mehr als eine externe Speichererweiterung – vielmehr bietet sie die Lösung, die Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung benötigen: Big Data, das Internet der Dinge, die mehr und mehr mobile Web-Nutzung oder die Blockchain-Technologie verlangen nach einer flexiblen IT-Infrastruktur. Führt an der Cloud also kein Weg vorbei? Und was muss man bei der Einführung einer Cloud-Lösung im Unternehmen beachten?

Eine Studie des Marktforschungsunternehmens IDC legte offen, dass Cloud-Lösungen bei der Digitalen Transformation eine zunehmend zentrale Rolle spielen: 60 Prozent der Entscheider in den befragten europäischen Unternehmen sind der Meinung, dass flexible und leistungsfähige IT-Strukturen ihnen dabei helfen können, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern – wie etwa schnell auf neue Anforderungen des Marktes zu reagieren, die Entwicklung neuer Produkte zu beschleunigen, potenzielle Käufer auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen zu erreichen und Daten in Echtzeit zu analysieren. Kurz gesagt: an Agilität dazuzugewinnen. Um das zu erreichen, erwägen laut Studie 46 Prozent der Unternehmen in Deutschland die Einführung einer Hybrid-Cloud-Lösung (Begriffserklärung s.u.).

Jedem seine Wolke

Eine Schwierigkeit bei der Implementierung fortschrittlicher Technologien ist, diese so zu integrieren, dass die Interaktion und Kommunikation aller Touch Points im Unternehmen gewährleistet ist: Anwendungen, Bestandssysteme, Daten, Geräte etc. müssen am Ende miteinander und mit der Cloud harmonieren. Heißt: Technische Schnittstellen zwischen sogenannten „Legacy“-Systemen und eventuellen externen Rechenzentren, plattform-übergreifende Middleware-Architekturen und nachhaltige Integrationskonzepte sind notwendig, um alle IT-Systeme und Workflows nahtlos miteinander zu verknüpfen.

Jedem seine WolkeAußerdem gilt es, vor der Festlegung auf eine bestimmte Cloud-Lösung genau abzustecken, wo der individuelle Bedarf des Unternehmens liegt. Gerade KMUs machen häufig aus Unkenntnis den Fehler, eine Komplettlösung anzuschaffen, die viel zu umfangreich ist. Das bindet wiederum Mittel, die beispielsweise in der Produktentwicklung besser angelegt wären. Bevor man auf den Cloud-Zug aufspringt, sollte man also prüfen, welche Eigenschaften und Funktionen im täglichen Geschäft am meisten Nutzen bringen. Aber welche Cloud-Alternativen stehen überhaupt zur Verfügung?

Eine grobe Einteilung erfolgt anhand der verschiedenen Nutzungsarten der Cloud-Services. Neben öffentlichen Cloud-Plattformen und komplett abgeschlossene Firmen-Lösungen existieren auch Mischformen:

  • Die Public Cloud: Hierbei handelt es sich mitnichten um eine Cloud, in der sämtliche Daten öffentlich zugänglich wären. Vielmehr steht die Nutzung an sich grundsätzlich allen Interessenten offen – ob als Software-as-a-Service, Platform-as-a-Service oder Infrastructure-as-a-Service.
  • Die Private Cloud: Auch hier ist die Namensgebung etwas irreführend, denn diese Art der Cloud ist durchaus für Firmen bestimmt. Privat besagt hier, dass das Unternehmen die Cloud selbst betreibt und ausschließlich dessen Mitarbeiter darauf Zugriff haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Unternehmen tatsächlich die gesamte IT-Infrastruktur im Haus betreibt oder auf einen externen Hosting- oder Management-Service zurückgreift. Der Trend geht allerdings eindeutig hin zur Auslagerung. So prognostiziert die oben genannte Studie, dass eigene Strukturen zunehmend in Rechenzentren von Drittanbietern outgesourct werden.
  • Die Hybrid-Cloud: Dieser Mittelweg bietet sich im Hinblick auf den Datenschutz an, wenn datenschutzkritische und -unkritische Geschäftsbereiche und Workflows getrennt behandelt werden können. So können Unternehmen Cloud-Services öffentlicher Anbieter und webbasierte Lösungen nutzen, während sensible Daten ausschließlich intern gespeichert und verarbeitet werden.
  • Die Community Cloud: Community Clouds dienen nicht dazu, gesamte Infrastrukturen auszulagern, sondern vereinfachen v.a. die Zusammenarbeit beispielsweise bei bestimmten Projekten. Alle Beteiligten, auch wenn diese für verschiedene Firmen arbeiten, können über die Cloud auf Informationen und Daten zuzugreifen – diese stehen jedoch ausschließlich diesem abgeschlossenen Nutzerkreis zur Verfügung.

Die Gretchenfrage

Wie sieht es beim Cloud-Computing aus mit dem Thema Datenschutz? Während das Internet – wie der Name schon sagt – international ist, sind es Datenschutzgesetze nicht. Es kommt also unter anderem darauf an, in welchem Teil der Welt der Cloud-Server steht, wie sicher die darauf gespeicherten Daten sind. Das ist u. a. ein Grund für viele Unternehmen hierzulande, auf ihre eigene Cloud-Lösung (vgl. Private Cloud) zu setzen.

Datensicherheit in der Cloud Generell gilt: je größer das Datenvolumen, desto mehr Einfallstore für Diebstahl und Missbrauch bieten sich. Gerade durch das Internet der Dinge, das momentan ja erst in den Kinderschuhen steckt, ist aber mit einem stetigen Anwachsen der globalen Datenströme zu rechnen. Es ist daher erforderlich, dass Sicherheitsmaßnahmen nicht nur von außen über die Cloud-Lösungen übergestülpt werden, sondern dass die Systeme über eingebaute Sicherheitssysteme verfügen. Neben einer geeigneten Verschlüsselung sind sogenannte „self-defending apps“, also Anwendungen mit eingebauten Mechanismen zur Abwehr von Angriffen, zentral im proaktiven Sicherheitsmanagement. Sie können Code-Modifikationen selbstständig erkennen und im laufenden Betrieb debuggen.

Die Cloud kommt

Trotz allem Für und Wider: An Cloud-Diensten führt kaum ein Weg vorbei, wenn man den Aufbruch in die digitale Zukunft wagen will – und technische Innovationen versprechen in Kürze noch benutzerfreundlichere Lösungen. Bei aller Euphorie für die Digitalisierung sollten Firmen jedoch in einem ersten Schritt ihren genauen Bedarf abstecken – jetzt und auch in Hinsicht auf die langfristigen Unternehmensziele.

Dafür müssen sich Experten für Anwendungsentwicklung, IT-Sicherheit und Projektmanagement im Betrieb gemeinsam mit der Geschäftsführung an einen Tisch setzen und über individuelle Ansprüche und passende Lösungen diskutieren. So kann der Sprung in die Cloud gelingen – wir wünschen viel Erfolg!