Wie umgehen mit geopolitischen Risiken? Unternehmen setzen zu wenig auf strategische Szenarioplanung

Montag, 20. Juni 2016

In wenigen Tagen stimmen die Briten über einen Austritt ihres Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union ab. Der Ausgang des Referendums ist dabei ebenso ungewiss wie das Ausmaß der möglichen politischen und wirtschaftlichen Folgen für das Land selbst, für Europa und die ganze Welt. Der „Brexit“ ist aber nur eines von vielen geopolitischen Risiken, das Managern und Führungskräften derzeit die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Da wären ja noch der ungelöste Ukraine-Konflikt und die Sanktionen gegen Russland, bei denen niemand sagen kann, ob und wann diese wieder aufgehoben werden. Auch nicht zu vergessen die anhaltende Griechenlandkrise, die Flüchtlingskrise und die instabile Situation in Nahost, die latente Terrorgefahr oder die drohenden Staatsbankrotte in Südamerika.

Aktuelle internationale Studien zeigen, dass die geopolitische Risikowahrnehmung von Führungskräften branchenunabhängig in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Bei einer kürzlich veröffentlichten Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey zeigten sich 84 % der 1.300 befragten Führungskräfte davon überzeugt, dass sich geopolitische Instabilität in den nächsten fünf Jahren nachhaltig auf die globale Wirtschaftsentwicklung auswirken werde. Im Vergleich zu der Vorgängerumfrage aus dem Jahr 2013 ist dies eine Steigerung um 23 %. Über die Hälfte der Befragten rechnete zudem mit negativen Folgen von außen- und innenpolitischer Instabilität für die Profitabilität des eigenen Unternehmens.

Umso erstaunlicher ist es, dass Unternehmen relativ wenig tun, um sich auf die geänderte Gefahrenlage angemessen vorzubereiten. Weniger als ein Drittel der befragten Executives in der McKinsey Studie gaben an, dass das Verständnis geo- und innenpolitischer Risiken sehr gut in die übergeordnete Unternehmensstrategie integriert sei. Und lediglich 13 % der Unternehmen haben bisher aktive Schritte unternommen, um diese Risiken zu adressieren.

Zu den am häufigsten verwendeten Werkzeugen gehörten interne Ad hoc Analysen beim Eintreten krisenhafter Ereignisse (z.B. Konsultationen mit lokalen Geschäftspartnern), intern generierte Analysen (z.B. Länderberichte, vierteljährliche Marktberichte), Ad hoc Gespräche mit externen Experten sowie die Nutzung spezialisierter externer Ressourcen (z.B. Reporte von Think Tanks). Diese Tools werden jedoch jeweils nur von knapp einem Drittel der Befragten als sehr effektiv eingestuft. Paradoxerweise wird dagegen der Nutzen weniger häufig verwendeter Werkzeuge durchweg positiver bewertet. Dazu zählen insbesondere die Integration von Risikoanalysen in formale Risikoprozesse sowie eine umfassende, in den strategischen Planungsprozess integrierte Szenarioplanung. Letztere wird lediglich von 18 % der Unternehmen eingesetzt, jedoch von über der Hälfte der befragten Exekutives als sehr effektiv eingestuft. Damit wird Szenarioplanung als das wirkungsvollste Mittel im Umgang mit geopolitischen Risiken angesehen.

Wie die Autoren der Studie betonen, mögen geopolitische Risiken zwar komplex sein und außerhalb dessen liegen, was Führungskräfte in ihrem Arbeitsalltag gewohnt sind, jedoch handelt es sich nicht um „völlig unvorhersehbare und unkontrollierbare Business Probleme“. Sie raten Unternehmen daher zu einer proaktiven Vorgehensweise, die folgende Schritte umfasst:

  • Identifizierung von Trends und disruptiven Entwicklungen in den für das Unternehmen relevanten Märkten
  • Entwicklung und Bewertung unterschiedlicher Zukunftsszenarien
  • Entwicklung geeigneter Maßnahmen, um Risiken zu mitigieren oder Opportunitäten zu nutzen
  • Etablierung eines Entscheidungsfindungsprozesses, der Initiativen priorisiert und sicherstellt, dass alle Führungskräfte bei deren Umsetzung an einem Strang ziehen
  • Einbetten von geopolitischen Analysefähigkeiten in den fortlaufenden strategischen Entscheidungs- und Planungsprozess
  • Fortlaufendes Monitoring von Trends und regelmäßige Neubewertung strategischer Initiativen


Die Strategic Intelligence Software SOLYP3 unterstützt einen solchen proaktiven Umgang mit geopolitischen und anderen Risiken, indem sie es Unternehmen ermöglicht, über Geschäftsbereichs- und Landesgrenzen hinweg alle relevanten harten und weichen Daten zentral zu sammeln, Trends zu identifizieren und darauf aufbauend alternative Zukunftsbilder zu entwickeln, in Hinblick auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und ihre Auswirkungen auf den Markt zu bewerten und im Rahmen der strategischen Planung konsequent durchzuplanen. Auf diese Weise haben Unternehmen für den Fall der Fälle immer einen „Plan B“ in der Schublade liegen und können schnell auf Veränderungen reagieren, was ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein kann.

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