Häufige Strategiefehler - Teil 1

Dienstag, 06. November 2012

Strategische Planung ist kein einfaches Unterfangen. Von der Strategieentwicklung bis hin zur erfolgreichen Umsetzung gibt es jede Menge Stolpersteine, die es zu überwinden gilt. Insbesondere Unternehmen, die in dieser Richtung zum ersten Mal aktiv werden, laufen Gefahr, in die eine oder andere Strategiefalle zu tappen. Damit Ihnen das nicht passiert, möchten wir Ihnen in diesem zweiteiligen Blogbeitrag gerne einige der häufigsten Strategiefehler vorstellen und zeigen, wie Sie diese vermeiden können.

Fehler #1: Strategische Planung wird als periodisch wiederkehrendes Ereignis betrachtet und nicht als fortlaufender Prozess

Wie heißt es so schön: Nichts ist so beständig wie der Wandel. In unserer schnelllebigen Zeit, in der sich Marktbedingungen mit immer rasanterem Tempo verändern, gilt diese alte Binsenweisheit mehr denn je. Um dauerhaft erfolgreich am Markt bestehen zu können, müssen Unternehmen daher dynamisch und flexibel planen. Das bedeutet, dass strategische Planung keine einmalige Angelegenheit sein darf, sondern stets als fortlaufender Prozess betrachtet werden muss, der nie ganz abgeschlossen ist. Einmal entwickelt, muss ein Plan stetig an die Veränderungen im Unternehmensumfeld angepasst werden. Stellen Sie daher sicher, dass Sie Ihre Unternehmensstrategie und deren Umsetzung einer kontinuierlichen Kontrolle unterziehen. Auf diese Weise können Sie, wenn nötig, jederzeit Kurskorrekturen vornehmen und laufen nicht Gefahr, mögliche Chancen ungenutzt verstreichen zu lassen.


Fehler #2: Fehlende Einbeziehung der Mitarbeiter

In vielen Unternehmen entscheidet immer noch allein das Topmanagement über die zukünftige strategische Ausrichtung. Eine aktive Einbeziehung der Mitarbeiter in alle Phasen des strategischen Planungsprozesses sucht man vielerorts nach wie vor vergebens. Dabei sprechen sehr gute Gründe dafür: Zum einen ist die Welt derart komplex geworden, dass es für einen Einzelnen oder eine kleine Gruppe von Strategieverantwortlichen geradezu unmöglich geworden ist, strategische Fragestellungen aus sämtlichen Blickwinkeln heraus zu betrachten und auf ihre Vor- und Nachteile hin zu analysieren. Tun Sie sich daher selbst einen Gefallen und holen Sie die Meinungen und den Rat Ihrer Mitarbeiter ein. Diese werden über einen breitgefächerten Wissens- und Erfahrungsschatz verfügen, der eine ganzheitliche Betrachtung zentraler strategischer Fragestellungen ermöglicht. Auf diese Weise stellen Sie Ihre strategischen Entscheidungen auf eine deutlich solidere Basis. Zum anderen wirkt Partizipation identitätsstiftend und motivationsfördernd auf Mitarbeiter. Lassen Sie also Ihre Mitarbeiter bzw. eine ausgewählte Gruppe von Mitarbeitern, die einen Querschnitt aus allen Abteilungen Ihres Unternehmens darstellt, an der Strategieentwicklung aktiv Teil haben. Damit können Sie erreichen, dass Ihre Mitarbeiter die Unternehmensstrategie innerlich tatsächlich mittragen und mehr Enthusiasmus an den Tag legen werden, diese auch erfolgreich im Arbeitsalltag umzusetzen.  


Fehler #3: Sich auf eine unvollständige Informationsbasis verlassen

Es versteht sich eigentlich von selbst: Entscheidungen können nur so gut sein, wie die Information auf denen sie beruhen. Stellen Sie also sicher, dass Sie alle relevanten Daten und Information über das interne und externe Geschäftsumfeld sammeln und ausreichend in Ihrer strategischen Planung berücksichtigen. Neben betriebswirtschaftlichen und monetären Kennzahlen, sollten Sie insbesondere auch weiche Daten wie beispielsweise Trendanalysen oder Stärken-Schwächen-Analysen in Ihre Überlegungen mit einbeziehen. Die Einbindung der Mitarbeiter, wie zuvor bereits angesprochen, spielt in diesem Kontext eine entscheidende Rolle. Bemühen Sie sich, das strategische Wissen, das in den Köpfen Ihrer Mitarbeiter steckt und über das gesamte Unternehmen verstreut ist, zu bündeln. Strategische Planungssoftware wie SOLYP3 kann Sie hierbei nachhaltig unterstützen.


Fehler #4: Mangelnder Fokus

Unternehmen entwickeln in der strategischen Planung häufig eine Vielzahl von Zielen und Maßnahmen, die in der Praxis unmöglich alle erreicht und umgesetzt werden können. Eine solche Vorgehensweise hat nur zur Folge, dass sich die Mitarbeiter völlig überwältigt fühlen und gar nicht wissen, wo sie überhaupt anfangen sollen. Beschränken Sie sich daher besser auf eine zu bewältigende Anzahl an kritischen Zielen und Maßnahmen. Drei bis maximal fünf Ziele sollten ausreichen.

Fehler #5: Entwickelte Strategien setzen zu wenig auf Differenzierung

Günstiger und besser zu sein als die Konkurrenz ist eine feine Sache, aber auf Dauer ist damit kein Blumentopf zu gewinnen. Was wirklich zählt, ist Einzigartigkeit! So lautet eine der wichtigsten Botschaften des Strategievordenkers Michael E. Porter. Und tatsächlich: Beispiele aus der Praxis zeigen immer wieder, dass Unternehmen, die sich darauf konzentrieren, durch Innovation einen überragenden Mehrwert für ihre Kunden zu schaffen, langfristig am erfolgreichsten sind. Folgen Sie daher Porters Rat und setzten Sie auf Differenzierungsstrategien. Entwickeln Sie Alleinstellungsmerkmale, die Ihr Unternehmen und Ihre Marken zu etwas Besonderem machen.

Im zweiten Teil dieses Blogbeitrages wird es um solche Fehler gehen, die sich in der Phase der Strategieumsetzung immer wieder einschleichen. Seien Sie gespannt!