Häufige Strategiefehler - Teil 2

Montag, 12. November 2012


Der erste Teil dieses zweiteiligen Blogbeitrags hat sich mit Strategiefehlern beschäftigt, die häufig im Rahmen der Strategieentwicklung auftreten. Im zweiten Teil soll es heute um Fehler gehen, die sich immer wieder während der Phase der Strategieumsetzung einschleichen. Auch dieses Mal wollen wir Ihnen zeigen, wie Sie diese Stolperfallen geschickt umgehen können.

Fehler #6: Mangelnde oder ineffektive Kommunikation

Es kann gar nicht oft genug wiederholt werden: Kommunikation ist das entscheidende Bindeglied zwischen Strategieentwicklung und -umsetzung. Wenn Sie möchten, dass Ihre Mitarbeiter Ihre mühsam erarbeitete Unternehmensstrategie erfolgreich in die Tat umsetzen, dann müssen Sie diese zuerst ausreichend darüber in Kenntnis setzen. Am besten erstellen Sie einen Kommunikationsplan, der eine regelmäßige und für jedermann verständliche Vermittlung der Unternehmensstrategie auf unterschiedlichen Kanälen vorsieht. Ziehen Sie das gesamte Repertoire durch vom Strategie Kick-Off Workshop über Benachrichtigungen in den firmeninterne sozialen Netzwerken bis hin zum übergroßen Strategieslogan, der sichtbar auf Fluren und in Pausenräumen prangt. Auf diese Weise werden Ihre Mitarbeiter immer wieder daran erinnert, dass das Unternehmen eine neue Richtung einschlägt. Jeder von ihnen sollte in der Lage sei, die Unternehmensstrategie sinngemäß mit eigenen Worten wiederzugeben.

Fehler #7: Verantwortlichkeiten sind nicht eindeutig geklärt

Dieser Punkt ist eng mit dem vorangegangen verknüpft. Denn Mitarbeiter müssen nicht nur in der Lage sein, die Strategie inhaltlich zu verstehen, sie müssen auch wissen, wie sie konkret zu deren Gelingen beitragen können. Jeder an der Strategieumsetzung Beteiligte sollte sich bewußt sein, für welche Entscheidungen und Maßnahmen er verantwortlich ist und dass er über die Ergebnisse letztendlich Rechenschaft ablegen muss. Sind die Verantwortlichkeiten für die verschiedenen strategischen Initiativen nicht eindeutig geklärt, werden viele Mitarbeiter einfach so weitermachen wie bisher und die Strategieumsetzung wird über kurz oder lang im Sande verlaufen.

Fehler #8: Fehlende Stärkung der Mitarbeiter

Um der ihnen übertragenen Verantwortung gerecht werden zu können, müssen Mitarbeiter auch mit der entsprechenden Autorität und den notwendigen Werkzeugen ausgestattet werden. In der Praxis hapert es an dieser Stelle jedoch oftmals. Geben Sie verantwortlichen Mitarbeitern klar definierte Entscheidungsbefugnisse und widerstehen Sie dem Drang, alles Mikromanagen zu wollen. Bringen Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen entgegen. Auf diese Weise können diese ihren Fokus darauf richten, das gesteckte Ziel zu erreichen, und müssen sich nicht ständig Sorgen machen, ob sie ihre Kompetenzen überschritten haben. Stellen Sie zudem sicher, dass die Mitarbeiter ausreichend Informationen und Wissen besitzen, um kluge Entscheidungen treffen zu können. Trainingsmöglichkeiten sowie ein freier Informationsfluss über Abteilungsgrenzen hinweg sind hier entscheidend.

Fehler #9:  Fehlende Koppelung von Leistungszielen an die Unternehmensstrategie

Nutzen Sie Ihren Strategieplan als Grundlage für die Entwicklung und Messung von individuellen und kollektiven Leistungszielen. Finanzielle Anreize dieser Art werden die Motivation Ihrer Mitarbeiter, die Unternehmensstrategie umzusetzen, deutlich erhöhen!

Fehler #10: Fehlende Verzahnung von strategischer Planung und Finanzplanung

Der letzte Punkt sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Dennoch kommt es leider immer wieder vor, dass Unternehmen es versäumen, die notwendigen Ressourcen zur Umsetzungen ihrer Strategien bereitzustellen. Sie gehen einfach davon aus, dass die Gelder, Mitarbeiter und Materialien schon zur Verfügung stehen werden. Eine Annahme, die sich im Nachhinein jedoch häufig als falsch erweist. Sie können diesen Fehler leicht umgehen, indem Sie während der Erstellung von Aktionsplänen die nötigen finanziellen Mittel einschätzen und anschließend im Rahmen der Finanzplanung offiziell anfordern.

Diese Liste an Fehlern kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Schaffen Sie es jedoch, die genannten Stolpersteine erfolgreich aus dem Weg zu räumen, dann sind Sie sie schon ein gutes Stück weiter, Ihre strategische Planung auf eine solide Basis zu stellen.