Konsumtrends für 2014

Mittwoch, 08. Januar 2014

Das Verhalten von Konsumenten wandelt sich stetig, sei es in Reaktion auf neue Technologien, wirtschaftliche Rahmenbedingungen oder längerfristige gesellschaftliche Transformationsprozesse. Konsumtrends zu beobachten und auf ihre Auswirkungen auf die Unternehmensstrategie hin zu analysieren und zu bewerten ist eine der wichtigsten Aufgaben von Strategieverantwortlichen. Wir wollen daher heute einen Blick auf einige Konsumtrends werfen, die uns in diesem Jahr und höchst wahrscheinlich noch darüber hinaus beschäftigen werden. Trendwatching.com, eine der weltweit führenden Konsumforschungsagenturen, hat sechs solcher Trends ausgemacht, die es international und branchenübergreifend im Auge zu behalten gilt.

  • Schuldfreie Statussymbole
    Viele Verbraucher stehen vor dem moralischen Dilemma, dass sie sich der negativen Folgen ihres Konsums für die Umwelt, die Gesellschaft und sich selbst sehr wohl bewusst sind, aber dennoch nicht mit ihren alten Konsumgewohnheiten brechen können. Das fortwährende Streben nach Status ist nach wie vor der wichtigste Treiber für Kaufentscheidungen. Die Folge ist eine „nicht enden wollende Schuldspirale“.

    Trendwatching.com sieht darin eine große Chance für Unternehmen, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die ein Schwelgen in Luxus mit Nachhaltigkeit verbinden, und so das ökologische und soziale Gewissen der Verbraucher beruhigen. Dies kann allerdings nur gelingen, wenn der Nachhaltigkeitsaspekt auch für die Mitmenschen erkennbar ist. Unternehmen können dies erreichen, indem sie Produkte schaffen, die entweder für ihre große Nachhaltigkeit allgemein bekannt sind (z.B. der Elektro-Sportwagen Tesla S) oder denen man ihre Nachhaltigkeit unmittelbar ansieht (z.B. „Upcycling“ Produkte, die aus Abfallstoffen hergestellt sind). Ist keines von beidem der Fall, bedarf es einer „schuldfreien Story“ für das Produkt, die der Besitzer seinen Freunden, Verwandten, Bekannten und Kollegen erzählen kann.

  • „Crowdshaping“
    „Crowdshaping“ ist der nächste logische Schritt im Bereich Social Media. Die Web 2.0 Generation wird reifer und erwartet von Unternehmen für das umfassende Teilen persönlicher Informationen nun verstärkt eine Gegenleistung in Form von Produkten und Dienstleistungen, die besser auf Kundenpräferenzen abgestimmt sind. Ein schönes Beispiel hierfür ist die Jukebox CheckinDJ, die automatisch das Musikangebot ändert, sobald ein Nutzer ein Restaurant oder eine Bar betritt und sich dort mit der entsprechenden App anmeldet.

  • China als grüner Innovator”
    China befindet sich auf dem besten Wege Weltführer in der Entwicklung, Produktion und Einführung neuartiger grüner Produkte und Technologien zu werden. Angetrieben wird diese Entwicklung durch die groß angelegten Bemühungen der chinesischen Regierung, die massiven Umwelt- und Strukturprobleme im Reich der Mitte in den Griff zu bekommen. In 2014 werden nun auch die westlichen Verbraucher die neue Rolle Chinas als „grüner Innovator“ erstmals verstärkt wahrnehmen. Damit büßen westliche Marken einen ihrer letzten großen Wettbewerbsvorteile gegenüber chinesischen Produkten ein. Als Beispiel nennt Trendwatching.com die Pekinger U-Bahn, die im Mai 2013 einen kombinierten Fahrkarten- und Leergutautomaten eingeführt hat. Fahrgästen wird damit die Möglichkeit gegeben, durch das Recyceln von Plastikflaschen ihre Fahrtkosten zu senken.

  • „MYCHIARTY“
    Im Sport- und Gesundheitsbereich wird sich der Trend der Aktivitätsmesser (sog. „Quantified Self“ Produkte) weiter fortsetzen. Allerdings wird sich hierbei der Fokus verschieben: die Erfassung und Analyse persönlicher Daten wird künftig nicht mehr nur der Beobachtung des körperlichen, sondern auch des seelischen Wohlbefindens des Anwenders dienen. „MYCHIARTY“ Innovationen bieten Verbrauchern neue Wege, mit Stress, Zeitmangel und anderen Alltagssorgen umzugehen. Ein Beispiel ist der kabellose Biosensor PIP, der für Videospiel eingesetzt wird. Das Gerät misst den Stresslevel der Spieler in Echtzeit. Ein Autorennen, beispielsweise, gewinnt derjenige Spieler, der am entspanntesten ins Ziel kommt.

    Trendwatching.com weist darauf hin, dass unabhängig von der Branche, in der sich ein Unternehmen befindet, „der MYCHIATRY Trend Diskussionen darüber anfachen sollte, wohin der Megatrend der technikgesteuerten Selbstbestimmung („Empowerment“) und Selbstbedienung der Konsumenten als Nächstes führen wird.“

  • Keine Daten
    Nicht zuletzt durch die NSA Affäre im vergangenen Jahr hat sich das Bewusstsein vieler Verbraucher für Datenschutz deutlich verändert. Immer mehr Konsumenten wollen der Sammelwut von Unternehmen entgehen und suchen neue Anbieter, die „laut und stolz das Sammeln persönlicher Daten vermeiden“. Die Herausforderung für Unternehmen, so Trendwatching.com, ist es dabei, „die Balance zu finden zwischen den tatsächlichen Vorteilen des Datensammelns und -verwertens (Empfehlungen, Cross-Selling, Personalisierung, erweitere Werbeeinnahmen und mehr) und dem Gewinnen des Vertrauens der zunehmend vom Hacken verdrossenen Konsumenten.“

  • „Internet of Caring Things“
    Das Internet der Dinge wird sich in diesem Jahr bei den Verbrauchern endgültig durchsetzen. Laut Trendwatching.com richtet sich die Nachfrage allerdings in erster Linie auf vernetzte Gegenstände, die Verbrauchern dabei helfen, komplexe Vorgänge zu vereinfachen. „Alles Außergewöhnliche, das 'vernetzte Objekte' für Verbraucher tun können, sei es die Beobachtung oder Verbesserung der Gesundheit, Hilfe beim Geldsparen oder das Erledigen von Arbeiten im Haushalt, wird in [diesem] Jahr und darüber hinaus freudig begrüßt werden“, so das Fazit von Trendwatching.com.

Das vollständige Trend Briefing finden Sie auf der Webseite von Trendwatching.com.