Können Männer von Frauen in der strategischen Planung lernen?

Freitag, 17. Februar 2012

In einem Artikel erschienen im Inc. Magazine mit dem etwas reißerischen Titel Why Women Are Great Strategic Planners ... And what men can learn from them erklärt Jenn Houser, erfolgreiche Multiunternehmerin und Startup-Beraterin, den Unterschied zwischen einem vermeintlich „weiblichen“ und „männlichen“ Ansatz zur strategischen Planung. Als Anlass für den Artikel diente eine Unterhaltung der Autorin mit einem männlichen Jungunternehmer, der derart begeistert war von seinem Produkt, dass er darüber ganz vergessen hatte, ein solides Unternehmenskonzept zu entwickeln. Selbst über die wichtige Frage der Finanzierung hatte er sich keine Gedanken gemacht. Houser erklärte ihm daraufhin, dass er seine Firma ähnlich der stereotypischen männlichen Herangehensweise ans Autofahren plane: Nie anzuhalten, um nach dem Weg zu fragen, oder zu kontrollieren, ob man in die richtige Richtung fährt. Sie riet dem jungen Mann, wie eine Frau zu planen. Hier sind Houser's Tipps für Strategieplanung, die sich Männer bei Frauen abschauen können:

1. Erstelle einen Unternehmensplan bevor du dich in die Arbeit stürzt. Jeder der ein neues Unternehmen gründet, sollte einen Unternehmensplan erarbeiten und schriftlich festhalten. Dieser sollte die Kernbereiche abdecken, die für jedes Unternehmen wichtig sind, und einen klaren Fahrplan enthalten, der beschreibt, wie das Unternehmen in den nächsten 3 bis 5 Jahren auf die Beine gestellt werden soll.

2. Gib zu, wenn du etwas nicht weißt. Niemand kann alles wissen, das notwendig ist, um erfolgreich ein Unternehmen zu gründen oder zu führen. Der Trick ist herauszufinden, was man nicht weiß und wie man diese Wissenslücken füllen kann.

3. Frage um Hilfe. Hole regelmäßig Ratschläge und Feedback von anderen ein, z.B. Investoren, Kunden und Leuten, die sich in deiner Branche gut auskennen.

4. Sei bereit, deine Meinung zu ändern. Man sollte Feedback gegenüber stets aufgeschlossen sein. Gerade bei Startups ist es völlig normal, dass sich Strategiepläne mehrmals ändern. Worauf es ankommt ist, Informationen zu validieren bevor man auf eine neue Linie umschwenkt.  

Ob diese Eigenschaften—sorgfältiges Planen und die Bereitschaft, sich Unwissenheit einzugestehen, Hilfe zu suchen und die eigene Meinung zu ändern— sich nun tatsächlich so ohne weiteres dem weiblichen Geschlecht zu ordnen lassen, sei hier mal dahingestellt. Die eine oder andere Ausnahme von dieser „Regel“ wird es sicherlich geben. Hilfreich sind Houser’s Tipps aber allemal. Und zwar für Männer wie Frauen gleichermaßen!