McKinsey Studie: Immer mehr Unternehmen erklären digitale Transformation zur strategischen Priorität

Mittwoch, 11. September 2013

Wenn McKinsey, eine der international anerkanntesten Unternehmensberatungen, die Ergebnisse ihrer weltweiten Umfragen veröffentlicht, spitzen Führungskräfte und Manager für gewöhnlich die Ohren, erfahren sie hier doch alles Wissenswerte über die aktuellsten Konsum- und Businesstrends. So denn auch im Fall der kürzlich erschienenen Studie zum Thema Social Enterprise.

Bei der Studie handelt es sich um die Neuauflage einer weltweiten Online-Umfrage aus dem Jahr 2012. Brad Brown, Johnson Sikes und Paul Willmott haben dieses Mal insgesamt 850 CEOs und andere Führungskräfte zu denen ihrer Meinung nach fünf wichtigsten Digitalisierungstrends interviewt: 1) Einbindung von Kunden, 2) Einbindung von Mitarbeitern, Zulieferern und externen Partnern, 3) Big Data und Advanced Analytics, 4) Automatisierung und 5) digitale Innovationen. Das eindeutige Ergebnis: Allen genannten Trends wird hohe oder gar höchste strategische Priorität beigemessen.

  • Customer Engagement wichtigster Trend
    56% der Befragten gaben an, dass die Einbindung von Kunden über Social-Media-Kanäle mindestens zu den Top-10-Prioritäten für ihre Unternehmen zähle. Die Aktivitäten in diesem Bereich haben gegenüber dem Vorjahr allgemein deutlich zugenommen, wobei die größten Zuwächse bei der systematischen Positionierung von Werbematerial über verschiedene Kanäle hinweg sowie beim gezielten Schalten persönlicher Online-Angebote zu verzeichnen sind.

  • Noch Nachholbedarf bei der Entwicklung digitaler Strategien zur Einbindung von Mitarbeitern, Zulieferern und externen Partnern
    In Bezug auf die Einbindung der eigenen Mitarbeiter, Zulieferer und externen Partner gaben die Befragten mehrheitlich an, dass in ihren Unternehmen hauptsächlich Online-Tools für Mitarbeiterevaluation und -feedback oder Wissensmanagement eingesetzt würden. Komplexere Werkzeuge, etwa für kollaboratives Produktdesign oder für den Wissensaustausch über die einzelnen Teile der Wertschöpfungskette hinweg, kämen dagegen seltener zum Einsatz.

  • Deutlicher Zuwachs in der unternehmensweiten Nutzung von Big Data/Advanced Analytics Tools
    Die unternehmensweite Nutzung von Big Data/Advanced Analytics Tools insbesondere zur Verbesserung der Entscheidungsfindung sowie zur Optimierung von Forschungs- und Entwicklungsprozessen, Kostenplanungen, Prognosen und Planungsprozessen hat gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen. Die Autoren der Studie merken an, dass sich dies mit ihrer Erfahrung decke, wonach Führungskräfte Analysefähigkeiten allgemein als sehr kritisch ansähen und ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf die Entwicklung neuer Analysewerkzeuge richteten. Die Umfrage hat zudem ergeben, dass Big Data/Adavanced Analytics Tools vornehmlich eingesetzt werden, um entweder den Umsatz zu steigern oder die Prozessqualität zu erhöhen. Die Reduzierung von Kosten spielt dagegen eine untergeordnete Rolle.

  • Vielfältige Ansätze zur Automatisierung von Geschäftsprozessen  
    Unternehmen sind aktiv bemüht, verschiedenste Funktionen zu automatisieren, um die Qualität und Effizienz von Geschäftsprozessen zu erhöhen (z.B. durch das Abbauen von Hürden und Ausschließen von Fehlerquellen) oder neue digitale Möglichkeiten in diese zu integrieren (z.B. internetbasierte Überwachungssysteme). Auch hier spielen die Reduzierung von Kosten und das Ersetzen von Arbeitsplätzen eine weniger bedeutende Rolle. 

  • Digitale Innovationen weiter auf dem Vormarsch
    Über 40% der Befragten erklärten, dass ihre Unternehmen digitale Technologien in ihre bestehenden Produkte integrierten bzw. ihre technologischen Verfahrensmodelle verbesserten (z.B. mittels Cloud Computing). Rein digitale Produkte werden dagegen nur von gut einem Viertel der befragten Unternehmen entwickelt und verkauft.

Als die größten Herausforderungen für die erfolgreiche Umsetzung dieser Trends wurden die mangelnde Unterstützung und Führung durch die Unternehmensleitung, fehlendes organisatorisches Alignment, schlechtes Programmmanagement sowie Fachkräftemangel genannt. Dennoch scheinen die CEOs und Führungskräfte sehr optimistisch, was die Zukunft der digitalen Initiativen ihrer Unternehmen betrifft. 65% der Befragten waren zuversichtlich, dass die fünf Trends zu Umsatzsteigerungen in den kommenden drei Jahren führen werden. Die größten Hoffnungen legten sie dabei auf das Customer Engagement.

Kein Wunder also, dass sich CEOs zunehmend auch persönlich für das Gelingen von digitalen Initiativen stark machen. So sagten 31% der Befragten, dass die CEOs ihrer Unternehmen diese Initiativen aktiv fördern würden. Im Vorjahr waren es noch 23% gewesen. Viele Unternehmen schaffen zudem die Stelle eines Chief Digital Officers (CDO) und nehmen erhebliche Investitionen vor, um die digitale Transformation ihrer Organisationen schneller voranzutreiben. Dies alles unterstreicht die große strategische Bedeutung, die die Digitalisierung für den künftigen Unternehmenserfolg hat.


Die vollständige Studie finden Sie hier.

 



Literatur

Brown, B., Sikes, J., & Willmott, P. (2013, August). Bullish on digital: McKinsey global survey results. http://www.mckinsey.com/insights/business_technology/bullish_on_digital_mckinsey_global_survey_results?goback=.gde_57447_member_266190395#!