Nachbericht zum 4. Strategiezirkel am 13. Oktober 2014

Mittwoch, 15. Oktober 2014

„Klein, aber fein!“—Unter dieser Prämisse findet seit nun mehr vier Jahren der SOLYP-Strategiezirkel, unsere exklusive Kundenveranstaltung, statt. Damit möchten wir Strategieverantwortlichen die Möglichkeit bieten, sich in kleiner und persönlicher Runde mit Kollegen aus unterschiedlichen Branchen auf fachlich hohem Niveau auszutauschen und untereinander zu vernetzen. Unsere diesjährige Einladung nach Frankfurt am Main wurde denn auch gerne wieder angenommen.

Auch dieses Mal stellten zwei Teilnehmer die Strategieprozesse ihrer Unternehmen vor, die trotz der sehr unterschiedlichen Branchen, in denen die Unternehmen agierten, erstaunlich viele Gemeinsamkeiten und Parallelen aufwiesen. Beide Unternehmen verfolgen einen eher klassischen Ansatz ausgehend von einer umfassenden Marktanalyse. Dabei werden interne Daten bottom-up nach Formatvorgaben der Konzernleitung generiert und von den Strategieabteilungen anhand extern zugekaufter Daten validiert. Diese Herangehensweise hat sich—zumindest was bestehende Märkte betrifft—weitgehend bewährt, wie auch die übrigen Teilnehmer bestätigen konnten. Basierend auf der Marktanalyse werden in einem nächsten Schritt Kundensegmentierungen vorgenommen. Daraus wiederum leiten sich die Ziele bzw. strategischen Fokusthemen ab, die von der Konzernzentrale für die einzelnen Business Units festgelegt und von der Strategieabteilung an diese kommuniziert werden. Die Entwicklung und Umsetzung entsprechender Maßnahmenbündel ist dann Aufgabe der Business Units.

Wie ein effektives Maßnahmenmanagement konkret aussehen kann, war ein zentrales Thema, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung zog. In großen Unternehmen mit mehreren Divisionen kommen schnell über hundert strategische Maßnahmen zusammen, die allesamt gesteuert und überwacht werden müssen. Wer sollte für das Maßnahmentracking zuständig sein? Die Strategieabteilung, das Controlling, das Project Management Office oder die Business Units selbst? Innerhalb welcher Zeitintervalle sollte das Tracking erfolgen? Jährlich, quartalsweise oder gar in noch kürzeren Abständen? In letzterem Fall, wie lässt sich die strategische Planung dann überhaupt noch von der operativen trennen? Die Antworten auf diese Fragen werden je nach Unternehmenskultur und Branchendynamik sehr unterschiedlich ausfallen.

Viele Teilnehmer beklagten zudem die fehlende Verzahnung von Strategie- und Finanzplanung in ihren Unternehmen und waren interessiert zu erfahren, ob der Einsatz von Spezialsoftware an dieser Stelle weiterhelfen kann. „Ja!“, so die eindeutige Antwort von Alexander Zimmermann, CEO der SOLYP Informatik GmbH. Er erklärte, technisch sei dies ohne Weiteres möglich, und verwies auf das Beispiel der Immonet GmbH, einer Tochtergesellschaft des Axel Springer Verlages. Immonet hat SOLYP3 und SAP in einem Data Warehouse zusammengefasst und auf diese Weise erfolgreich eine enge Verknüpfung von Strategie- und Finanzplanung sichergestellt. Es seien eher unternehmensinterne Faktoren, erklärte Zimmermann weiter, die solchen Lösungen häufig im Weg stünden. So muss das Controlling bereit und willens sein, Strategievorgaben tatsächlich zur Grundlage des Budgetierungsprozesses zu machen. 

Ein weiteres Thema, das auf großes Interesse stieß, war aktives und vorausschauendes Portfoliomanagement. Es zeigte sich, dass viele Unternehmen sowohl auf strategische M&As setzen, um ihre Wachstumsziele zu erreichen, als auch gezielt Deinvestitionen vornehmen. Für Letzteres haben allerdings bisher nur wenige Unternehmen einen strukturierten Prozess etabliert. Wie einer der Teilnehmer in der Abschlussrunde als „Key Takeaway“ sagte: Es kommt nicht nur darauf an, regelmäßig zu hinterfragen und zu entscheiden, „was wir machen wollen, sondern auch was wir nicht mehr machen wollen“. Eine schwierige Frage hierbei ist das Timing, wie ein anderer Diskussionsteilnehmer feststellte. Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, sich von einem Geschäftsfeld, das dauerhaft aller Voraussicht nach nicht ausreichend Gewinn abwerfen wird, zu verabschieden?

In diesem Zusammenhang kommt auch immer die Diskussion „Fokussierung vs. Diversifikation“ auf. Wie einer der beiden Redner herausstellte, kann Diversifikation beispielsweise wichtig und notwendig sein, um sich unabhängiger von der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Branchen zu machen. Andererseits ist es beispielsweise schwierig, für sehr unterschiedliche Geschäftsfelder eine gemeinsame Vision zu entwickeln. „Je diversifizierter der Konzern, desto weicher wird die Vision“, brachte es ein Diskussionsteilnehmer auf den Punkt. Es gibt viele gute Gründe, die für und gegen Diversifikation sprechen. Wichtig ist, diese Diskussion fortlaufend unter Berücksichtigung der aktuellen und möglichen künftigen Entwicklungen im internen und externen Unternehmensumfeld zu führen.

Wie immer eigentlich, wenn Strategen aufeinandertreffen, blieb auch das Thema Kommunikation nicht ausgespart. Die beste Strategie nutzt ja bekanntermaßen wenig, wenn sie den Mitarbeitern nicht geläufig oder begreiflich ist. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass die Kommunikation zielgruppengerecht und über möglichst viele unterschiedliche Kanäle erfolgen sollte. Als gute Beispiele wurden u.a. kurze Strategievideos und humorvoll gestaltete Comic Strips genannt. Dem Einfallsreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt. Und dennoch: An der persönlichen Kommunikation mit Bereichs- und Abteilungsleitern führt leider kein Weg vorbei, auch wenn sie noch so zeitaufwendig und im Falle von großen internationalen Unternehmen gar mit Reisen um den ganzen Globus verbunden ist.

Zum Ausklang der eintägigen Veranstaltung gab Alexander Zimmermann noch einen kurzen Ausblick auf die anstehenden SOLYP3 Weiterentwicklungen, an denen bereits fleißig gearbeitet wird. So können sich unsere Kunden neben einer App, die strategische Kerndaten übersichtlich und themenbezogen visualisiert und mobil zugänglich macht, bald auch auf eine deutlich kompaktere Darstellung von Daten und Informationen in PowerPoint Folien freuen.

Wirklich gefreut hat uns die einhellige Wertschätzung, die unseren Kunden uns für unsere inhaltliche Kompetenz und unser „großes Prozesswissen“ entgegengebracht haben. Und auch die deutlich verbesserte Standardisierung sowie Schärfung des Strategieprozesses, die eine Digitalisierung mittels SOLYP3 ermöglicht, fand immer wieder lobend Erwähnung.

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlichen bei den Rednern und Diskussionsteilnehmern für ihre interessanten Beiträge und ihre Offenheit und Bereitschaft, Best Practices untereinander auszutauschen. Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Strategiezirkel im kommenden Jahr!