Nachbericht zum 1. Best Practice Meeting in Frankfurt

Montag, 23. Februar 2015

Warum entscheiden sich große und mittelständische Unternehmen für die Strategic Intelligence Software SOLYP3? Und wie sieht der reale Einsatz der Strategieplattform konkret aus? Um greifbare Antworten auf diese Fragen zu bekommen, trafen sich zahlreiche Strategieverantwortliche aus den unterschiedlichsten Branchen und Regionen am vergangenen Donnerstag in Frankfurt am Main zum 1. SOLYP3 Best Practice Meeting. Im Mittelpunkt der halbtägigen Veranstaltung stand das Praxisbeispiel der Sto SE & Co. KGaA, Spezialist für Wärmedämmung bei Fassade, Altbau und Haus, die SOLYP3 seit 2012 erfolgreich für ihre konzernweite strategische Planung einsetzt.


Der Strategieprozess der Sto Gruppe

In ihrem sehr gelungen Vortrag erläuterten Michael Doskocz und Peter Dazer aus der Stabsabteilung Strategische Unternehmensentwicklung der Sto Gruppe den Teilnehmern zunächst den Strategieprozess des Unternehmens, der auf zwei Grundprinzipien beruht: der rollierenden Fünfjahresplanung und der konsequenten Zielkaskadierung. Hierbei werden basierend auf der langfristigen Unternehmensvision von der Unternehmensführung die strategischen Gruppenziele für die nächsten fünf Jahre festgelegt, die gewissermaßen als „Leitplanken“ für das gesamte Unternehmen dienen. Anschließend werden auf Bereichs- und Abteilungsebene unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmens- und Umfeldsituation entsprechende strategische Teilziele und Projekte formuliert und Maßnahmen zur Zielerreichung entwickelt. Dies geschieht weitgehend in Eigenverantwortung, wobei gewisse Mindestanforderungen vonseiten der Zentrale bestehen, welche Art von Daten und Informationen im Rahmen der Unternehmens- und Umfeldanalyse zu berücksichtigen sind. 

Jede strategische Maßnahme wird mit Verantwortlichkeiten, Meilensteinen, strategischen KPIs (z.B. Marktposition und -anteil) und der entsprechenden Balanced Score Card Perspektive (Finanzen, Märkte & Partner, Prozesse & Strukturen, wertschaffende Innovationen, Mitarbeiter) versehen. Die strategischen Maßnahmen stellen sozusagen das Ergebnis der strategischen Planung dar und dienen als Input für die detaillierte operative Jahresplanung. So werden die operativen Ziele und Maßnahmen bis hin zu den individuellen Mitarbeiterzielen aus den strategischen Maßnahmen abgeleitet. Der Grundsatz „Kein Teilziel/Projekt ohne einen Bezug zum strategischen Gruppenziel“ gewährleiste, so die beiden Redner, dass alle Aktivitäten im Einklang mit der übergeordneten Unternehmensstrategie stehen.

Die strategische Planung wird jährlich im Rahmen von Steuerungsgesprächen auf ihre Plausibilität und Zielerreichung hin überprüft, gegebenenfalls aktualisiert und um weitere fünf Jahre fortgeschrieben. „Das Ganze lebt davon, dass es nachgehalten wird“, erklärte Doskocz. Die Aufgabe der zentralen Stabsabteilung ist es dabei, als „Sparringspartner“ für die Strategieverantwortlichen in den Gesellschaften zu dienen.

PROZESS

 

Problemfelder vor der Einführung von SOLYP3

Voraussetzung für einen effektiven und effizienten strategischen Zielformulierungs- und Zielentfaltungsprozess, wie ihn die Sto Gruppe durchführt, ist ein ebenso effektives und effizientes Informationsmanagement. Vor der Einführung der Strategic Intelligence Software SOLYP3 bestanden diesbezüglich bei der Sto Gruppe jedoch einige Defizite, wie Doskocz und Dazer erläuterten. Konkret hatte das Unternehmen mit folgenden Problemfeldern zu kämpfen:

  • Eine Vielzahl nicht vernetzter Dateien in Excel, Word, PowerPoint, SAP und Lotus Notes
  • Mehrfache Datenpflege und teilweise redundante Daten
  • Unterschiedliche Analysen und Methoden
  • Unterschiedliche, individuell gestaltete Präsentationsinhalt


Diese mangelnde Vernetzung und Standardisierung führte letztlich dazu, dass die anfallende Informationsflut einfach nicht mehr händelbar war. Eine Erfahrung, die, wie sich in der Diskussionsrunde zeigte, von den übrigen Veranstaltungsteilnehmern weitgehend geteilt wurde.


Digitalisierung der strategischen Zielformulierung- und Zielentfaltung mit SOLYP3

Mit der Einführung der Strategieplattform SOLYP3 im Jahr 2012, die auf Initiative des Vorstands hin erfolgte, verfügt die Sto Gruppe nun über ein standardisiertes und integriertes Zielformulierungs- und Zielentfaltungstool. Der Einsatz von SOLYP3 ermöglicht der Sto Gruppe:

  • Eine ganzheitliche Datenverwaltung
    Sämtliche strategisch relevanten Daten befinden sich in einer zentralen Datenbank, die für ausgewählte Nutzer jederzeit und überall via das Firmenintranet zugänglich ist. Neben der Benutzerfreundlichkeit spielt für die Sto Gruppe als global agierendem Unternehmen hierbei auch die Möglichkeit, die Fragebögen zur Dateneingabe in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung stellen zu können, eine wichtige Rolle.

  • Eine strukturierte und standardisierte Datenerfassung
    Die Standardisierung bezüglich Inhalt und Darstellung war eine Kernforderung des Vorstands der Sto Gruppe, um die Vergleichbarkeit der Daten sowie den Bezug der Teilziele und Maßnahmen zu den übergeordneten Unternehmenszielen zu gewährleisten, erklärten Doskocz und Dazer. Durch die Top-down Vorgaben in den SOLYP3-Fragebögen wird nun sichergestellt, dass alle strategischen Geschäftseinheiten die gleiche Art von Analysen durchführen und sich mit den gleichen strategischen Grundfragestellungen auseinandersetzen. Diese können dann bottom-up um eigene geschäftsspezifische Einschätzungen ergänzt werden. Die strategischen Gruppenziele sind im System fest hinterlegt und können vom Nutzer nicht verändert werden. Jedes Teilziel und jede Maßnahme muss einem Gesamtziel zugeordnet werden. Der Output erfolgt auf standardisierten PowerPoint Folien im Corporate Design des Unternehmens.

  • Queranalysen und Benchmarks
    Dank der Standardisierung sind nun erstmals Queranalysen und Benchmarks möglich—sowohl zwischen als auch innerhalb strategischer Geschäftseinheiten (z.B. nach Region).

  • Die Überprüfung der Ziele, Planungsprämissen und des Zielerreichungsgrads
    Die Berücksichtigung und Verknüpfung von harten und weichen Daten ist eine „besondere Stärke von SOLYP3“, erklärte Doskocz. Dies ermöglicht die Identifikation von Chancen und Risiken, das Erkennen von Potenzialen und Trends, den Abgleich der Markt- und Wettbewerbsposition und Identifikation von Gaps zur Zielerreichung.

  • Die Initiierung, Steuerung und Kontrolle zielgerichteter strategischer Maßnahmen
    Das strategische Maßnahmenmanagement der Sto Gruppe findet komplett in SOLYP3 statt. Hier werden strategische Maßnahmen für die Ziele und Teilziel angelegt, mit Zeitplänen, Durchführungsverantwortlichen und Kennzahlen versehen, kommentiert und einer regelmäßigen Durchführungs- und Erfolgskontrolle unterzogen.

  • Die Fortschreibung und ggf. Anpassung der rollierenden Fünfjahresplanung
    Die gewonnenen Erkenntnisse werden gespeichert und liefern die Grundlage für die Fortschreibung und ggf. Anpassung der rollierenden 5-jährigen Umsatz- & GuV-Planung. Dies sei von zentraler Bedeutung, denn „wir wollen nicht jedes Jahr eine neue Strategie erarbeiten müssen“, erklärte Doskocz.

  • Reportgenerierung auf Knopfdruck
    Reports können für die Konzern- und die einzelnen Planungsebenen auf Knopfdruck erzeugt werden. Sto nutzt diese Reports als Grundlage für die zweimal jährlich stattfindenden strategischen Steuerungsgespräche.

 

Die Einführung von SOLYP3 hat nicht nur zu einer deutlichen Schärfung und einem Bedeutungsgewinn des Strategieprozesses der Sto Gruppe geführt, sondern auch zu einer erheblichen Zeitersparnis, insbesondere was die Erstellung der Reports angeht. Von Letzterem konnten sich die Teilnehmer während einer Live-Präsentation des SOLYP3-Kundensystems von Sto selbst überzeugen. Am Beispiel der Marktanalyse wurde gezeigt, wie PowerPoint Charts direkt aus dem Fragebogen heraus bzw. komplette PowerPoint Präsentationen über alle Analysen und Planungen hinweg automatisch auf Knopfdruck erzeugt werden können. Der „Aha-Effekt“ bei vielen Teilnehmern war im Raum deutlich zu spüren!

Anwendungsbeispiel Marktanalyse



Erfolgsfaktoren für die Einführung von SOLYP3

Die Einführung neuer Software trifft bei Mitarbeitern allgemein nicht selten auf eine gewisse Zurückhaltung, ist sie doch in der Implementierungsphase zunächst mit einem Mehraufwand verbunden. Hinzu kommen im Fall von Strategiesoftware gewisse „Transparenzängste“, wie Peter Dazer erläuterte. Um diese Hürden überwinden zu können, haben sich bei der Sto Gruppe die konsequente Unterstützung und Einforderung durch den Vorstand, eine kontinuierliche Kommunikation positiver Effekte und Nutzen, ein intensiver und zielgruppengerechter Support (konzeptionell wie technisch) durch die Stabsabteilung sowie die Integration in bestehende Gremien- und Meetingstrukturen als wichtige Erfolgsfaktoren erwiesen. Heute wird SOLYP3 von über 300 Sto Anwendern weltweit regelmäßig genutzt.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Michael Doskocz und Peter Dazer von der Sto Gruppe und den übrigen Veranstaltungsteilnehmern für ihre regen Diskussionsbeiträge und vielen positiven Rückmeldungen und freuen uns schon auf das nächste SOLYP3 Best Practice Meeting!