Nachbericht zum 4. SOLYP3 Key User Circle in Nürnberg

Freitag, 11. Dezember 2015

Alle Jahre wieder treffen sich SOLYP3-User im vorweihnachtlichen Nürnberg, um sich in vertrauter und gemütlicher Runde über Anwendungsfelder und Einsatzmöglichkeiten der Strategic Intelligence Software auszutauschen. So war auch der 4. SOLYP3 Key User Circle am 3. Dezember 2015 wieder bestens besucht und zeigte dank der beiden spannenden Kundenvorträge und lebhaften Diskussionsrunden eindrucksvoll, was alles in der Software steckt. Als Redner setzen diesmal Marcel Bogumil von der Otto Group und Christoph Steinebrunner von EPCOS, einem Unternehmen des TDK Konzerns, wertvolle Impulse für die rundum gelungene Veranstaltung.

Wenngleich die Otto Group als familiengeführter Handels- und Dienstleistungskonzern und EPCOS als Hersteller von elektronischen Bauelementen, Modulen und Systemen in völlig unterschiedlichen Branchen tätig sind, haben sie doch durchaus mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen, wenn es darum geht, einen reibungslosen strategischen Planungsprozess in einem global aufgestellten und weitverzweigten Unternehmen zu gewährleisten. Das vielleicht bestimmende Thema der eintägigen Veranstaltung war denn auch die Frage nach der Standardisierung von strategischen Planungsprozessen.

Die beiden Redner und die übrigen Teilnehmer waren sich weitgehend darin einig, dass die Bereitstellung einer vergleichbaren Datenbasis strategisch relevanter Informationen für den Vorstand bzw. die Eigentümer eine wichtige Kernaufgabe einer Strategieabteilung darstellt. Hierbei „ist SOLYP3 sehr hilfreich“, so Marcel Bogumil. Es fungiert als zentrales „Datensammeltool“, das eine sehr strukturierte und intuitive Dateneingabe ermöglicht, jederzeit flexibel angepasst werden kann (z.B. Hinzufügen von Wettbewerbern oder Neukonfiguration von Business Units) und eine Validierung der Daten erlaubt. Sowohl die Otto Group als auch EPCOS verfolgen einen Top-down/Bottom-up Planungsprozess, der in SOLYP3 abgebildet wird. Dies ermöglicht den Vorständen, sehr genaue Vorgaben zu machen, welche Daten und Informationen in welcher Form von den Business Units abzuliefern sind. Gleichzeitig aber haben die Business Units über Kommentarfunktionen die Möglichkeit, ihre eigene Sicht zum Beispiel in Bezug auf den Markt oder Wettbewerber einzubringen. Die Erfassung nicht nur von harten Kennzahlen, sondern auch von weichen Daten ist ein entscheidender Mehrwert von SOLYP3. Bei der Otto Group, erklärte Marcel Bogumil, werden die Gesellschaften konsequent dazu angehalten, „ihre Zahlen mit Leben zu füllen“.  Dadurch „können wir sehen, was die einzelnen Gesellschaften denken; wie sie ihre Kennzahlen interpretieren“.  Die Strategieabteilungen wiederum haben ihrerseits ebenfalls die Möglichkeit, die Planungen der einzelnen Gesellschaften außerhalb von SOLYP3 zu kommentieren bevor sie diese den Vorständen zur Entscheidung vorlegen. 

Neben der Vergleichbarkeit ist auch die Wesentlichkeit der Daten ein wichtiger Aspekt der Standardisierung von strategischen Planungsprozessen. Die Zeiten ellenlanger PowerPoint-Präsentationen scheinen bei den meisten Unternehmen endgültig passé zu sein. Der Trend geht eindeutig hin zu kurzen Präsentationen, die die Kerninformationen übersichtlich zusammenfassen. Dies werde von Vorständen zunehmend eingefordert, so die einhellige Erfahrung der Teilnehmer. Die Otto Group beispielsweise trägt dieser Entwicklung Rechnung, indem alle Business Units nunmehr einen einheitlichen 10-seitigen Bericht erstellen müssen, in dem sie kurz und knapp ihre aktuelle und künftige strategische Situation beschreiben und evaluieren. Auf diese Weise können die Vorstandsmitglieder die für sie wesentlichen Informationen schnell finden und vergleichen. Ähnlich geht die Sto SE & Co. KGaA vor, die ebenfalls bei der Veranstaltung vertreten war. Michael Doskocz, Leiter der Strategischen Unternehmensentwicklung bei Sto, sagte, unsere klare Botschaft an die Business Units lautet: „10-Seiter! Das und nicht mehr!“ SOLYP3 unterstützt diese komprimierte Darstellungsform, indem es auf Knopfdruck vordefinierte Präsentationen generiert, deren Format von den Business Units nicht eigenmächtig geändert werden kann.

Eine besondere Herausforderung bezüglich Standardisierung im japanischen TDK Konzern, erklärte Christoph Steinebrunner, sei zudem, dass die Business Units unterschiedlich in Yen und Euro planen. Um „Währungseffekte“ ausschließen zu können, sei es daher sehr hilfreich, dass in SOLYP3 für alle Buisness Units verbindliche Wechselkurse hinterlegt werden können. Das SOLYP3-System des Unternehmens ist im Übrigen zweisprachig gehalten (Englisch/Japanisch), was die Akzeptanz bei den japanischen Kollegen deutlich erhöht habe, so Steinebrunner.

Ein weiterer Aspekt, der neben der Standardisierung im Laufe der Veranstaltung wiederholt zur Sprache kam, war die Frage nach der Länge von Planungszyklen. Auch hier zeigte sich branchenübergreifend ein Trend zur Verkürzung. Eine rollierende Planung, bei der eine bereits erfolgte Planung alle ein bis zwei Jahre aktualisiert, konkretisiert und überarbeitet wird, ist mittlerweile in den meisten Unternehmen Standard. Christoph Steinebrunner erläuterte, dass bei TDK eine sehr detaillierte rollierende Jahresplanung betrieben wird und hob hervor, dass SOLYP3 auch hierbei sehr hilfreich ist, indem es strategische Planungen dokumentiert und schnelle Anpassungen ermöglicht.

Wie so häufig, wenn sich Strategieverantwortliche mit dem Thema Digitalisierung von Managementprozessen beschäftigen, kam auch diesmal wieder die Frage nach möglichen Transparenzängsten bei den Mitarbeitern auf, deren Angaben sich dank des Einsatzes moderner Strategiesoftware leichter überprüfen und vergleichen lassen. Dies scheint allerdings auch eine Frage der Unternehmenskultur zu sein. Christoph Steinebrunner betonte, dass in Japan Benchmarking mit Konkurrenten und auch innerhalb des eigenen Unternehmens durchaus beliebt ist. In diesem Sinne kann Transparenz auch einen positiv verstandenen Wettbewerb innerhalb des Unternehmens fördern.

Ein weiteres Thema, das während der Veranstaltung mehrfach Erwähnung fand, war die Integration von SOLYP3 mit anderen Systemen. Schon jetzt exportieren beispielsweise viele SOLYP3-Kunden Daten aus ihren SAP-Systemen in Excel und laden diese anschließend in SOLYP3 hoch, um sie der strategischen Planung zugänglich zu machen. Eine Einbindung in die MS-Kollaborationsplattform  SharePoint, wie sie die OSRAM AG seit kurzem erfolgreich betreibt, stellt eine weitere Möglichkeit dar, SOLYP3 stärker in die eigene IT-Landschaft zu integrieren. Bei den Teilnehmern des Key User Circles stieß diese Lösung allgemein auf großes Interesse.

Die Öffnung von SOLYP3 gegenüber Drittanbietern war u.a. auch Thema der abschließenden Präsentation von Martin Rügamer und Jan Borchers, die die aktuellen Weiterentwicklungen der Software präsentierten. Sie versprachen den Teilnehmern, dass künftig ausgewählte Produkte von Drittanbietern, die bereits in der Kundenumgebung vorhanden sind, stärker unterstützt werden könnten. Denkbar wären hier neben Intranetsoftware auch Business Intelligence Werkzeuge, Dashboards, Betriebssoftware (Installation, Login/Single-Sign-On, Browser JNLP) und SAP HANA oder SAP Digital Boardroom. Eine SOLYP3 Dashboard-App für Windows-Tablet-Geräte ist jetzt schon verfügbar und kann kostenlos vom Microsoft Windows Store heruntergeladen werden. „Damit haben SOLYP3-User jederzeit und überall Zugriff auf ihre strategischen Planungsdaten“, erklärte Jan Borchers sichtlich erfreut.

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung durfte auch in diesem Jahr der allseits beliebte Gang über den Nürnberger Christkindlesmarkt nicht fehlen, bei dem die Teilnehmer nochmals ausgiebig Gelegenheit zum näheren Kennenlernen und Networking hatten.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Marcel Bogumil von der Otto Group und Christoph Steinebrunner von EPCOS für ihre inspirierenden Vorträge und bei unseren Gästen für spannende Diskussionen im Rahmen unseres 4. SOLYP3 Key User Circles! Wir hoffen, dass Sie wertvolle Ideen und Anregungen mit nach Hause nehmen konnten, und freuen uns, Sie bald wieder bei einer unserer Veranstaltungen begrüßen zu dürfen!