Nachbericht: Webinar "Dem Wettbewerber einen Schritt voraus mit agiler Planung"

Montag, 01. Oktober 2012

Gemeinsam mit orange, green & water haben wir am vergangenen Freitag unsere Webinar-Reihe zu aktuellen Fragen in der strategischen Planung gestartet. Das Thema der Veranstaltung lautet:

Dem Wettbewerber einen Schritt voraus - das Erfolgsrezept heißt agile Planung.

Die Webinar-Teilnehmer durften sich auf gleich drei spannende Expertenvorträge freuen. Den Anfang machte Prof. Dr. Martin Högl vom Institut für Führung und Organisation der Ludwig-Maximilians-Universtität München, der über die Bedeutung von Teams und Teamarbeit in der strategischen Planung referierte. In seiner über 20-jährigen Forschungstätigkeit zum Thema ist Högl immer wieder auf weitverbreitete Gerüchte über Teams gestoßen. Die sieben wichtigsten Gerüchte hat er den Webinar-Teilnehmern vorgestellt und gleichzeitig zu entkräftigen gesucht:


Gerücht #1 Teamwork ist immer eine gute Sache
Dem Drang vieler Unternehmen, Teamarbeit in allen nur erdenklichen Bereichen einzuführen, erteilte Högl eine klare Absage. Teamwork, so Högl, ist grundsätzlich nur dann erforderlich, wenn Aufgaben sehr komplex und dynamisch sind (z.B. hohes Level an Unsicherheit) und der Aufgabenprozess nicht programmierbar bzw. vorhersehbar ist. Bei Routinearbeiten dagegen ist Teamarbeit wenig hilfreich.


Gerücht #2 Menschen sind motivierter in Teams

Häufig ist das genaue Gegenteil der Fall. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Teammitglieder ihren Arbeitseinsatz in dem Maße zurückfahren, in dem die Zahl der Teammitglieder steigt. Dieses Verhalten erfolgt ganz unbewusst. Daraus lässt sich ableiten, dass Teams möglichst klein und die Verantwortlichkeiten jedes einzelnen Mitglieds klar geregelt sein sollten. 


Gerücht #3 Die optimale Teamgröße ist 5, 7 oder...
Diese Aussage wird häufig damit begründet, dass durch ungerade Teilnehmerzahlen Mehrheitsentscheidungen möglich sind. Wissenschaftlich ist diese Aussage jedoch nicht belegbar. Die Größe sollte vielmehr von der zu erledigenden Aufgabe abhängen. Hilfreich ist in jedem Fall die Schaffung von klar definierten, kleinen Kernteams, die mit entsprechenden Entscheidungsbefugnissen ausgestattet sind. 


Gerücht #4 Teams sind von Natur aus kreativ
Auch hier zeigt die Erfahrung aus der Praxis, dass Teams keineswegs ein natürlicher Quell von Kreativität sind. Gruppenbrainstorming hat vielmehr den Nachteil, dass sich Ideen, einmal ausgesprochen, im Gehirn der anderen Teammitglieder sozusagen festsetzen und diese daran hindern, eigene neue Ideen zu entwickeln. Besser ist daher, ein individuelles Brainstorming vor einem Meeting durchzuführen und die Ideen anschließend zusammentragen und zu diskutieren und am Ende die Besten auswählen. 


Gerücht #5 Teams generieren positive Konflikte
Teams generieren eher negative Konflikte, was die Aufgabenverteilung und den Arbeitsprozess angeht. Nicht selten führt dies obendrein zu persönlichen Konflikten. Bei diesem Gerücht handelt es sich allerdings mehr um eine Frage der Terminologie. So ist zu unterscheiden zwischen offenem und intensivem Austausch im Team (= gute Teamarbeit) und echten Konflikten (=wahrgenommene Inkompatibilität der Positionen).


Gerücht #6 Wenn ein Team nicht die gewünschten Leistungen erbringt, benötigt es nur mehr Ressourcen  
Das Hinzufügen von weiteren Mitgliedern in ein bereits verspätetes Projekt führt in der Regel eher zu weiteren Verzögerungen. Beschränkungen können mitunter sogar förderlich sein, da sie kreative Lösungen erfordern. 


Gerücht #7 Never change a winning Team
Es ist durchaus richtig, dass Teams Stabilität bzw. eine gewisse Zeit brauchen, um Aufgabeneffektivität und -effizienz, ein gemeinsames Verständnis, Vertrauen und Teamgeist zu entwickeln. Högl gibt jedoch zu bedenken, dass wenn sich die Aufgabenanforderungen grundlegend ändern, immer auch die Teams umgebaut werden sollten. Zudem singt auf Dauer in der Regel die Kreativität.  


Als Fazit gab Högel den Webinar-Teilnehmern mit auf den Weg, dass Teams eine komplizierte Form der Arbeitsorganisation darstellen und dass die Herausforderungen, die sich daraus ergeben, stets berücksichtigt werden müssen, wenn Strategien auf Agilität, Flexibilität und internationale Zusammenarbeit ausgelegt sind.


Als nächster Referent war Carsten Sambraus, Managing Partner bei orange green & water, an der Reihe. Nach einigen einleitenden Worten zu Planung und Strategie ging Sambraus der Frage nach, wie die Agilität in der strategischen Planung erhöht werden kann. Wie schaffen wir es, weg von starren Planungszyklen und hin zu einer kontinuierlichen strategischen Planung zu kommen? Seine Antwort auf diese Frage war eindeutig: Indem man eine Struktur in Form von effektiven Planungstemplates" vorgibt. Dies, so Sambraus, kann durch IT Unterstützung geschehen. Es gibt kaum Prozesse, die so wenig IT Unterstützung finden, wie der strategische Planungsprozess", sagt er. Als wichtige Anforderungen an Strategiesoftware nannte er dabei zwei Punkte: Zum einen die Berücksichtigung weicher Daten, wie Trends und Marktanalysen, und deren Verknüpfung mit harten Kennzahlen. Und zum anderen ein ganzheitliches Vorgehen. Das heißt, die einzelnen Prozessschritte sollten alle mit einer einzigen Software abgedeckt werden, sodass es zu keinem Medienbruch und letztlich Informationsverlust kommen kann.


Damit war eine gelungene Überleitung zum Vortrag von Alexander Zimmermann gegeben, der den Webinar-Teilnehmern die von der SOLYP Informatik GmbH entwickelte strategische Planungssoftware SOLYP3 vorstellte. SOLYP3 basiert auf digitalen Fragebögen die das gesamte strategische Wissen eines Unternehmens strukturiert und standardisiert einsammeln und für eine intelligente Analyse zur Verfügungen stellen. Dabei werden neben Kennzahlen auch weiche Daten erfasst und mit harten Daten verknüpft. Die wesentlichen Anforderungen an eine Strategiesoftware, wie sie zuvor von Carsten Sambraus formuliert wurden, werden somit von SOLYP3 schon heute vollauf erfüllt. Wenn Sie möchten, informieren Sie sich näher über die Vorgehensweise und Vorteile von SOLYP3 oder schauen Sie sich eine Auswahl an Beispielfragebögen an.

 

 

Über das positive Feedback der Teilnehmer am Ende der Veranstaltung haben wir uns sehr gefreut. Wir bedanken uns recht herzlich bei den Referenten und Teilnehmern und würden uns freuen, Sie auch beim nächsten Mal wieder begrüßen zu dürfen!