Praktische Tools für die Strategiearbeit – Webinar Teil 1

Montag, 29. April 2013

Am vergangenen Freitag war es wieder soweit: Gemeinsam mit orange, green, water haben wir eines unser beliebten Webinare veranstaltet. Im Mittelpunkt standen diesmal praktische Methoden und Werkzeuge für den täglichen Einsatz in der Strategiearbeit. Die Webinarteilnehmer durften sich erneut auf Carsten Sambraus, Alexander Zimmermann und Dr. Andreas Siebe als sachkundige und erfahrene Referenten freuen.


Durch den Fluss oder über den Berg? Praktische Methoden um Antworten zu finden

Carsten Sambraus, Managing Partner der orange green & water GmbH, wählte für seinen Vortrag einen etwas ungewöhnlichen aber spannenden Ansatz: Er stellte den Webinarteilnehmern 14 nützliche Strategietools in jeweils einer Minute vor. Dabei unterteilte er die Werkzeuge in drei Kategorien:

  • Tools, die zur Identifizierung, Evaluierung und Bewertung von Opportunitäten im Unternehmensumfeld dienen. Hierzu zählte er: Segmentation Stamps, Customer Active Cycle, Brand Identity Diamond, Porter’s Five Forces, Value Mapping, Customer Value & Mission Matrix sowie den Business Model Framework nach Osterwalder.

  • Tools, die Unternehmen dabei helfen, ihre Fähigkeiten und Kernkompetenzen zu erkennen und effektiv weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang nannte er: Business Core Mapping, Business Structure Assessment, Competitive Intelligence, Strategic Buckets und Reverse P&L. Ein weiteres beliebtes Werkzeug, das sich nicht eindeutig einer der beiden ersten Kategorien zuordnen lässt, da es die interne und externe Perspektive miteinander vereint, ist zudem das Real-Win-Worth it Verfahren zur Risikoeinschätzung von Innovationsprojekten.

  • Tools, die die kulturellen Aspekte von Strategiearbeit beleuchten und managen helfen. Konkret handelt es sich hierbei um die Methode der Cultural Intelligence. Die Vernachlässigung kultureller Aspekte, betonte Sambraus, sei für viele Unternehmen einer der größten Stolpersteine der Strategiearbeit überhaupt.


Am Ende seines Vortrages ließ Sambraus die Webinarteilnehmer darüber abzustimmen, welche der kurz vorgestellten Strategiewerkzeuge in einem der nächsten Webinare genauer unter die Lupe genommen werden sollen. Das Ergebnis war relativ eindeutig, aber wir möchten an dieser Stelle nichts vorwegnehmen. Seien Sie also gespannt!


Strategisches Markenmanagement in SOLYP3

Unter dem Motto „Routinen abschaffen - mehr Zeit zum Denken“ erläuterte Alexander Zimmermann, CEO & Partner der SOLYP Informatik GmbH, den Webinarteilnehmern als nächstes, wie ein Brandmanagementprozess unterstützt durch moderne Softwarelösungen aussehen kann.

Anhand eines konkreten Einsatzbeispiels wies er zunächst auf die große Komplexität des Brandmanagementprozesses in multinationalen Konzernen hin. So besitzen diese nicht selten hunderte verschiedene Marken, die allesamt strategische geplant, miteinander koordiniert und kontrolliert werden müssen, was ohne geeignete Softwareunterstützung nur mit enorm hohem Arbeitsaufwand zu bewältigen ist. SOLYP3 kann helfen, die hierbei anfallenden Routinearbeiten deutlich zu reduzieren, sodass sich die Verantwortlichen stärker auf inhaltliche Fragestellungen konzentrieren können.

Die Dateneingabe in SOLYP3 funktioniert dabei grundsätzlich nach dem sogenannten Gegenstromverfahren. Bezogen auf den Brandmanagementprozess bedeutet dies, dass der Brand Champion, der für die Entwicklung, Performance und Kommunikation der übergeordneten Marke zuständig ist, konkrete Vorgaben machen kann, welche Daten von allen Brandmanagern abzuliefern sind. Den Brandmanagern wiederum steht es frei, zusätzliche Daten und Information zu ihrer jeweiligen Marke, die sie für wichtig erachteten, abzuspeichern. Auf diese Weise wird die Vollständigkeit und Vergleichbarkeit der Daten über alle Marken hinweg gewährleistet.

Ein SOLYP3 gesteuerter Brandmanagementprozesses verfolgt im Wesentlichen drei Ziele:

1. Erstellung einer Brand ID-Card
Mittels sogenannter Brand ID-Cards werden sämtliche Informationen zu den einzelnen Marken strukturiert und übersichtlich erfasst. Dadurch ist jederzeit ein schneller Überblick und Vergleich möglich. Die Brand ID-Cards und die darin zu erfassenden Daten können ganz individuell nach den jeweiligen Bedürfnissen des Unternehmens angepasst werden.


Brand ID Card 2


2. Sicherstellung des Workflows
SOLYP3 führt die Verantwortlichen anhand von Fragebögen durch den gesamten Brandmanagementprozess. Dadurch wird sichergestellt, dass keine wichtigen Arbeitsschritte außer Acht gelassen werden. Die sogenannten „Helper“ unterstützen den Anwender zudem durch praktische Tipps und Hinweise beim Ausfüllen der Fragebögen, sodass schon während der Dateneingabe eine erste Qualitätssicherung stattfindet.


Brand Eval FB

Zur weiteren Unterstützung des Workflows ermöglicht SOLYP3 überdies, Verantwortlichkeiten genau festzulegen und zu dokumentieren. Auf diese Weise besteht bei allen Beteiligten Klarheit darüber, wer bis wann welche Daten zu liefern hat.


3. Automatisierte Erstellung eines Markenportfolios
SOLYP3 ermöglicht es, Marken nach ihrem jeweiligen Potential, Wertbeitrag und Bekanntheitsgrad zu bewerten und zu vergleichen. Das Ergebnis lässt sich in Form eines Markenportfolios visuell darstellen.

Schritt 1: Bewertung einzelner Brands
Mockup Brand Portfolio


Schritt 2: Ergebnis wird als Markenportfolio angezeigt

Brandportf grafik


Die vollständige Aufzeichnung zum Beitrag von Alexander Zimmermann können Sie sich hier ansehen:

 

Der Weg von Szenarien zu Strategien - Robuste Entscheidungen in unsicherem Umfeld

Abschließend stellte Dr. Andreas Siebe, Vorstand der ScMI AG, mit dem Szenariomanagement ein weiteres nützliches Strategiewerkzeug vor. Siebe gilt als Experte auf dem Gebiet der Szenarioentwicklung und hat sich im Rahmen einer dreiteiligen Webinar-Reihe im vergangenen Herbst bereits ausführlich mit dem Thema befasst. Den Inhalt seines Vortrages können Sie gerne noch einmal nachlesen. Sein einprägsames Resümee lautete: „Die Zukunft wird uns immer überraschen, aber überrumpeln sollte sie uns nicht.“  

Unser Dank gilt wie immer allen Referenten und Teilnehmern, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben!