Strategiezirkel 2016 in Frankfurt am Main - Ein Nachbericht

Mittwoch, 20. April 2016

Bereits zum fünften Mal kamen Strategieverantwortliche aus den unterschiedlichsten Branchen am 7. April 2016 in Frankfurt am Main zum SOLYP Strategiezirkel zusammen, um sich in kleiner und vertrauter Runde auf fachlich hohem Niveau auszutauschen und untereinander zu vernetzen. Dem bewährten Veranstaltungsformat folgend gaben Janina Kaiser von der K+S Gruppe und Mirko Rajs und Marcus Schueler von der Unternehmensberatung MHP im Rahmen von Impulsvorträgen interessante Einblicke in die Strategiearbeit ihrer Unternehmen und lieferten wertvolle Anregungen für einen gemeinsamen Ideen- und Gedankenaustausch.


Strategic Market Intelligence bei der K+S Gruppe

Das deutsche Traditionsunternehmen K+S mit über 14.000 Mitarbeitern ist einer der weltweit führenden Anbieter von kali- und magnesiumhaltigen Produkten für landwirtschaftliche und industrielle Anwendungsbereiche und der weltweit größte Hersteller von Salzprodukten. Während sich die Branche insgesamt über eine steigende Nachfrage freuen kann, stellen der anziehende Preisdruck im Commodity-Geschäft sowie der Markteintritt neuer Wettbewerber das MDAX-Unternehmen mit Sitz in Kassel seit einiger Zeit vor neue Herausforderungen. Diese Entwicklung, folgerte Janina Kaiser, habe letztlich ein strategischeres Vorgehen notwendig gemacht. 2015 wurde daher der Entschluss gefasst, „die Strategiearbeit im Unternehmen neu aufzusetzen und auf eine andere Ebene zu heben“. Statt auf einzelne Strategieprojekte mit starkem M&A-Fokus, setzt der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte nun auf einen kontinuierlichen, strukturierten Strategieprozess, der von der neu geschaffenen Abteilung Business Origination & Strategy gemanagt wird.

Die Strategieentwicklung erfolgt im Geschäftsbereich jetzt im Rahmen eines klassischen Bottom-up-Prozesses. Zu Beginn eines Planungszyklus werden dabei auf Regions-, Produkt- und Anwendungsebene die groben Marktdaten erhoben und analysiert. Anschließend werden die Geschäftsbereichsstrategien gemeinsam geplant und schließlich dem Vorstand zur endgültigen Entscheidung vorgelegt.

An dieser Stelle kam im Teilnehmerkreis eine lebhafte Diskussion auf, ob die Regionen und Geschäftsbereiche gemeinsam oder unabhängig voneinander planen sollten. Es zeigte sich, dass die Veranstaltungsteilnehmer in dieser Hinsicht unterschiedliche Ansätze verfolgten. Während sich einige, ähnlich wie die K+S Gruppe, für einen kooperativen Planungsansatz aussprachen, befürworteten andere ein unabhängiges Vorgehen, um mögliche Gaps zwischen Regions- und Geschäftsbereichsstrategien ausmachen zu können. Der zentralen Strategieabteilung kommt in diesem Fall die Aufgabe zu, die Strategien miteinander zu vergleichen und zu plausibilisieren. Dies sei zwar aufwendig, so ein Teilnehmer, aber mit systemseitiger Unterstützung problemlos möglich.

Von einer systemseitigen Unterstützung, erklärte Janina Kaiser, möchte künftig auch die Kali- und Magnesiumsparte der K+S Gruppe profitieren. Der Einsatz der Strategic Intelligence Software SOLYP3 sei bereits in der Planungsphase und werde in Kürze erfolgen. Bei der Entscheidung für SOLYP3 hätten insbesondere drei Aspekte eine wichtige Rolle gespielt, führte Janina Kaiser weiter aus:

  • Die erhöhte Transparenz von Daten, indem alle am Strategieprozess Beteiligten auf das gleiche System zugreifen können.
  • Die Möglichkeit der strukturierten Erfassung und Analyse auch von qualitativen Daten, wie Trends, Stärken/Schwächen und Chancen/Risiken, die insbesondere für eine aussagekräftige Marktanalyse unerlässlich sind.
  • Die Automatisierung und Vereinheitlichung der Präsentation der Daten und die damit einhergehende Zeitersparnis und verbesserte Vergleichbarkeit.


Nach dem erfolgreichen Roll-out im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte wird ein konzernweiter Rollout in Erwägung gezogen, so dass die Software konzernweit zum Standardwerkzeug für die strategische Planung werden kann.


Planung für die digitale Transformation bei MHP

Auch eine Unternehmensberatung will strategisch geplant und geführt sein. Dies gilt umso mehr, wenn sie, wie im Falle der Porsche-Tochter MHP, innerhalb kurzer Zeit rasant gewachsen ist. 1996 mit gerade einmal fünf Mitarbeitern gestartet, verfügt MHP inzwischen über mehr als 1.500 Beschäftigte an sieben Standorten—Tendenz steigend.

Mit der zunehmenden Größe des Unternehmens stieg auch die Notwendigkeit, strategisch zu planen.

Weitere Treiber für diese Entwicklung waren—ähnlich wie bei der K+S Gruppe—die veränderten Rahmenbedingungen im Marktumfeld. Wir leben heute in einer VUCA-Welt (Volatility/Unberechenbarkeit, Uncertainty/Ungewissheit, Complexity/Komplexität und Ambiguity/Ambivalenz), erklärte Marcus Schueler, in der Agilität zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden ist. Und diese lässt sich nur durch ein effektives Komplexitäts- und Informationsmanagement erreichen.

Zudem hat der Megatrend Digitalisierung das Eco-System der Kunden von MHP von Grund auf verändert und damit auch die Art der Beratungsleistungen, die sie nachfragen. Statt der klassischen Beratungsangebote verlangen Kunden zunehmend durchgängige Leistungsangebote von der Entwicklung von Digitalisierungsstrategien bis hin zu deren Umsetzung. Einen besonderen Beratungsschwerpunkt bilden dabei die Bereiche Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, Innovation und Transformation. Dank Big Data und Advanced Analytics stehen Unternehmen heute Unmengen von Daten und Informationen zur Verfügung. Dies führt teilweise zu vollkommen neuen Vorgehensweisen. Waren in der Vergangenheit Daten lediglich das Produkt von bestehenden Geschäftsmodellen, hilft MHP heute seinen Kunden mithilfe vorhandener Daten vollkommen neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Im Bereich Automotive ebenso wie in vielen anderen Branchen werden also Services eine bedeutende Rolle neben den Produkten spielen. Entsprechend ändert sich auch das Anforderungsprofil an Beratungsunternehmen. Neue Kompetenzen und Skill-Sets müssen proaktiv aufgebaut und entwickelt werden. MHP setzt daher auf ein strategisches Kompetenz- und Personalmanagement, das künftig mit SOLYP3 IT-seitig unterstützt werden soll.

Zum Abschluss der eintägigen Veranstaltung gab Alexander Zimmermann, Gründer & CEO der SOLYP Informatik GmbH, den Teilnehmern noch einen kurzen Ausblick in Bezug auf den Ausbau des Test- und Auslieferungs-Center-Bereiches bei SOLYP.  So soll Kunden künftig eine eigene Umgebung zur Verfügung gestellt werden, um sie frühzeitig in den aktuellen Entwicklungsstand ihrer Systeme einbinden und einen noch reibungsloseren Projektverlauf gewährleisten zu können.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern des 5. Strategiezirkels für die vielen wertvollen Beiträge und das positive Feedback, und freuen uns, Sie bald wieder bei einer unserer Veranstaltungen begrüßen zu dürfen!