Trendmonitor 2016

Montag, 11. Januar 2016

Was bringt das Jahr 2016 aus strategischer Sicht? Welche technologischen und gesellschaftlichen Trends werden entstehen oder sich endgültig durchsetzen? Wie werden sich Kundenerwartungen und -verhalten verändern? Hier sind einige der wichtigsten Entwicklungen, die Strategieverantwortliche und Führungskräfte in den kommenden zwölf Monaten im Auge behalten sollten.

  • Social Shopping Trend setzen sich durch
    Mit der Integration von Kauf-Buttons haben Facebook und Pinterest 2015 eine neue Ära des Social Shoppings eingeläutet. 2016 wird sich dieser Trend weiter fortsetzen und verfestigen. Es ist davon auszugehen, dass nahezu alle sozialen Plattformen in das Social-Commerce-Geschäft einsteigen werden. Nutzer bekommen dadurch die Möglichkeit, Produkte mit nur einem Klick direkt auf der jeweiligen Plattform zu bestellen. Für Unternehmen erschließt sich damit ein wichtiger neuer Vertriebskanal, der den etablierten Online-Shops Konkurrenz machen wird.

  • „Unified Commerce“ ersetzt „Omni-Channel”
    Zuerst kam Multi-Channel, dann Omni-Channel und jetzt „Unified Commerce“. Das neue Schlagwort trägt schlicht und ergreifend dem Umstand Rechnung, dass das Konsumieren über mehrere Kanäle und Geräte längst zur Regel geworden ist. Kunden, die nur auf einem Kanal tätig sind, werden immer mehr zu Exoten, insbesondere unter jüngeren Käuferschichten. Die Herausforderung für Anbieter besteht daher künftig darin, eine scheinbar einheitliche Kundenerfahrung über alle Kanäle hinweg zu schaffen. Die Personalisierung von Werbeangeboten durch die effektive Nutzung von online und offline Daten wird hierbei eine wichtige Rolle spielen.

  • Emotionale Kundenbindung und „Emotion Analytics”
    Was die Verbesserung der Kundenerfahrung angeht, steht das Jahr 2016 ganz im Zeichen der Emotionen, prognostiziert der ausgewiesene Customer Experience Experte Bruce Temkin. Seine Begründung:

    „Unsere Forschung zeigt, dass Emotionen die Komponente der Kundenerfahrung sind, die den größten Einfluss auf die Loyalität hat; gleichzeitig ist es aber auch der Bereich, in dem Unternehmen am wenigsten versiert sind und den sie scheinbar oft vernachlässigen. In den letzten Jahren haben die Neuro- und Verhaltenswissenschaften damit begonnen, neue Techniken zur Beeinflussung menschlicher Emotionen hervorzubringen. Im Jahr 2016 erwarten wir einen großen Ansprung der Zahl der Unternehmen, die Emotionen diskutieren, diese messen und mit Blick auf diese designen.“

    Innovative Emotion-Analytics-Software, die Gesichtsausdrücke, Körperreaktionen (Wearables) oder den Inhalt und Ton von gesprochener Sprache erkennen, quantifizieren und analysieren kann, wird diesen neuen Trend begünstigen und verstärken.

  • 3D-Printing weitergedacht
    Das Thema 3D-Printing wird uns auch in diesem Jahr weiter begleiten. Allerdings wird es nicht mehr wie in der Vergangenheit um die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Technologie gehen, sondern vielmehr um die Frage, welche Chancen sich daraus für die Nutzung und Vermarktung geistigen Eigentums ergeben. "The real opportunity isn't the widget. It's the intellectual property you're creating," sagt Mike Walker, Analyst des Marktforschungsunternehmens Gartner. Ähnlich wie bei Musik-Dateien werden künftig Druckanleitungen für alle möglichen Produkte und Bauteile als Download verfügbar gemacht werden. Die wahren Gewinner werden dabei jene Unternehmen sein, die in der Lage seien werden, für jeden Download Lizenzgebühren vom Kunden zu kassieren.

  • Generation Z drängt verstärkt auf den Arbeitsmarkt
    In diesem Jahr wird die Generation Z (Jahrgänge 1995-2010) mit voller Wucht den Arbeitsmarkt betreten, was bei Arbeitgebern wohl auf gemischte Gefühle stoßen dürfte. So soll die Generation Z zwar einerseits sehr technologiekompetent, sozial, neugierig, weltoffen und leistungsbereit sein. Anderseits aber wird ihr nachgesagt, wenig loyal gegenüber Arbeitgebern zu sein und deutlich mehr Wert auf die Trennung von Berufs- und Privatleben zu legen, als es ihre Vorgängergenerationen getan haben. Überspitz formuliert, hieße das: Hart Arbeiten, ja, aber bitte nur von 9 bis 17 Uhr und nur, wenn es auch Spaß macht. Es bleibt abzuwarten, wie Unternehmen diese Herausforderungen (und Chancen!) meistern werden.