Entwicklung von Zielen und Maßnahmen in der strategischen Planung - ein Webinar Nachbericht

Montag, 04. Februar 2013

In der dreiteiligen Webinarreihe, die wir Ende letzten Jahres gemeinsam mit orange, green & water veranstaltete haben, sind wir den spannenden Fragen nachgegangen, wie sich Agilität in der strategischen Planung erhöhen lässt, wie Szenarien zur strategischen Frühaufklärung genutzt werden können und wie Strategien erfolgreich ausgerollt werden können. Ein wichtiger Aspekt, der damals leider nicht beleuchtet werden konnte, weil der Referent verhindert war, ist die Frage, wie im strategischen Planungsprozess schnell Fahrt aufgenommen werden kann. Um dies nachzuholen, haben wir daher am 31. Januar 2013 ein weiteres Webinar zum Thema durchgeführt.

Wie immer sachkundig moderiert wurde die Veranstaltung von Carsten Sambraus von orange, green & water. Als Redner stand Alexander Zimmermann, CEO & Partner SOLYP Informatik GmbH, zur Verfügung. Er erläuterte den Webinarteilnehmern, wie sich der strategische Planungsprozess gleich zu Beginn durch eine systematische, softwaregestützte Entwicklung von Zielen und Maßnahmen beschleunigen lässt. Anhand eines Beispiels zeigte Zimmermann sehr anschaulich und Schritte für Schritt, wie dies funktioniert:

  • Zieldefinition
    Zunächst einmal müssen die Unternehmensziele definiert werden. Dabei lassen sich grundsätzlich zwei Arten von Zielvorgaben unterscheiden: harte, finanzielle Zielvorgaben (z.B. Gewinnsteigerung) und weiche, unscharfe Zielvorgaben, die nicht mit harten Zahlen hinterlegt sind (z.B. Innovationsführerschaft). Bei Letzteren spricht man auch von „Guidance“, da sie bereits implizieren, wie das gesteckte Ziel erreicht werden soll (z.B. durch spezielle Maßnahmen zur Erlangung der Innovationsführerschaft). Zielvorgaben können aus dem Aktionärskreis kommen oder aber von der Unternehmensführung selbst (sog. Eigenvorstellung).

    Eine kurze Umfrage unter den Webinarteilnehmern hat gezeigt, dass die Mehrheit der Unternehmen finanzielle Zielvorgaben festlegen. Dies erleichtert einerseits die spätere Überprüfung der Erreichung der Ziele, hat andererseits jedoch den Nachteil, dass andere, qualitative Faktoren, die ebenfalls für den langfristigen Unternehmenserfolg von Bedeutung sind (z.B. Kunden- oder Mitarbeiterzufriedenheit), nicht berücksichtigt werden.

  • Strategische Analyse
    Als Nächstes gilt es, eine umfassende strategische Analyse vorzunehmen. Hierzu können eine Reihe von Instrumenten eingesetzt werden wie die Markt-, Trend- und Wettbewerbsanalyse. Die Ergebnisse dieser Analysen können anschließend in einer SWOT-Analyse aggregiert dargestellt werden.

 

Aggregierte Analysse2

Abb. 1 – Aggregierte strategische Analyse

  • Fokussierung
    Basierend auf der aggregierten Analyse können anschließend diejenigen strategischen Herausforderungen ausgewählt werden, die für die Erreichung der Zielvorgaben von Bedeutung sind. Diese Fokussierung führt zu erheblichen Zeitersparnissen im weiteren Planungsverlauf.

  • Entwicklung von Initiativen zur Realisierung der Herausforderungen
    Im nächsten Schritt werden für jede der identifizierten strategischen Herausforderung entsprechende Initiativen entwickelt. Dies beinhaltet neben der Beschreibung der zu ergreifenden Maßnahmen, auch eine Einschätzung und Prognose des zu erwartenden Nutzens, der finanziellen Wirkung und der Umsetzbarkeit der Initiative. 

 

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Abb. 2 – Initiativen-Template

Initiativen-Portfolio

Alle entwickelten Initiativen werden anschließend in einem Portfolio zusammengeführt und nach ihrer finanziellen Wirkung und Umsetzbarkeit gerankt.

 

initiativen portfolio

 Abb. 3 – Initiativenportfolio Übersicht

  • Auswahl geeigneter Initiativen
    Der Blick auf das Initiativen-Portfolio hilft dabei, diejenigen Initiativen zu identifizieren, die zur Erreichung der Zielvorgaben am besten geeignet sind. Andersherum formuliert, es können systematisch alle Initiativen rausgefiltert werden, die nicht im grünen Bereich liegen. Auf diese Weise lässt sich ein Bündel von erfolgsversprechenden Initiativen zusammenstellen.

  • Finanzielle Prognose
    Um einschätzen zu können, ob das zusammengestellte Initiativen-Bündel zur Erfüllung der Zielvorgabe ausreichend ist, muss abschließend eine Prognose über die finanzielle Entwicklung bei dessen Realisierung vorgenommen werden. Dies lässt sich Dank strategischer Planungssoftware ohne großen Aufwand bewerkstelligen. Je nachdem wie die Prognose ausfällt, kann es erforderlich sein, neue oder zusätzliche Initiativen zu entwickeln. Eine Alternative hierzu bestünde darin, die Zielvorgaben zu ändern, wenn sich diese als unrealistisch herausstellen. Eine Umfrage unter den Webinarteilnehmern hat jedoch ergeben, dass ein solches Vorgehen in der Unternehmenspraxis eher selten der Fall ist.

 

Initiativen Übersicht

Abb. 4 Finanzielle Entwicklung bei der Realisierung gewählter Initiativen

Der von Alexander Zimmermann skizzierte Prozess ermöglicht es Unternehmen, strategische Initiativen systematisch zu entwickeln, zu bündeln und auf ihren Nutzen und ihre Erfolgsaussichten hin zu überprüfen. Strategische Planungssoftware kann durch zentralisierte Datenverarbeitung und -analyse die einzelnen Schritte aktiv unterstützen. Wie Carsten Sambraus, am Ende des Webinars hervorhob, ist dies in einer globalisierten Welt, in der strategische Planungseinheiten von Unternehmen nicht selten über ganze Kontinente hinweg verstreut sein können, wichtiger denn je.

Eine Aufzeichnung des Vortrags von Alexander Zimmermann gibt es auch online:

 

 

Das nächste Webinar, diesmal zum Thema Entscheidungsfindungsprozesse, findet am 22. Februar 2013 statt. Sie können sich gerne schon jetzt dafür anmelden!