Webinar zum Thema strategische Früherkennung - ein Nachbericht

Montag, 29. Oktober 2012

Im zweiten Teil unser Webinar-Reihe, die wir gemeinsam mit orange, green & water veranstalten, ging es am vergangen Freitag um das Thema:

Hände am Lenkrad und Blick nach vorn - Das Erfolgsrezept heißt strategische Früherkennung

Als Referenten standen diesmal Dr. Andreas Siebe, Vorstand der ScMI Scenario Management International AG, Kürsat Gökce, Vertriebsleiter und Gesellschafter der SOLYP Informatik GmbH, sowie Prof. Dr. Peter Witt von der Schumpeter School of Business and Economics vor der Kamera. Moderiert wurde die Veranstaltung von Carsten Sambraus, Geschäftsführer der Unternehmensberatung orange, green & water.


Szenariomanagment als Grundlage für vorausschauende Planung

Zu Beginn lieferte Dr. Siebe eine gelungene Einführung in das Thema Szenariomanagment. Dabei ging er zunächst einmal der grundsätzlichen Frage nach, warum Unternehmen sich eigentlich mit der Zukunft beschäftigen müssen. Seine sehr prägnante Antwort darauf lautete: „Erfolg in der Gegenwart schützt nicht vor Misserfolg in der Zukunft!“ Aus dieser Erkenntnis ergibt sich wiederum die Frage, wie sich Veränderungen im wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technischen Umfeld langfristig erkennen lassen. Das beste Mittel dafür, so Siebe, seien Szenarien. Als Szenarien definierte er „eine denkbare Situation in der Zukunft, die auf einem Netzwerk der wichtigsten Schlüsselfaktoren beruht“. Das Szenario-Management umfasst demnach die „Konzeption, Entwicklung und Interpretation von Szenarien sowie deren Nutzung bei der unternehmerischen Entscheidungsfindung". Hierbei spielen drei verschiedene Denkweisen eine Rolle:

  • Zukunftsoffenes Denken oder auch Vorausdenken: Unternehmen müssen über die Zukunft nachdenken, ohne sie exakt vorhersagen zu wollen!
  • Vernetztes Denken: Unternehmen müssen ausgetretene Denkpfade verlassen und komplexe Zusammenhänge verstehen und ausnutzen!
  • Strategisches Denken: Unternehmen müssen ihre Erfolgspotenziale identifizieren und visionäre Strategien zu ihrer Erschließung entwickeln!

 

Siebe wies zudem darauf hin, dass sich zwei Arten von Szenarien unterscheiden lassen: Umfeldszenarien und Lenkungsszenarien. Bei ersteren geht es darum, die langfristigen Entwicklungen im externen Umfeld, auf die das Unternehmen selbst keinen Einfluss hat, zu betrachten und zu analysieren. Lenkungsszenarien dagegen beschäftigen sich mit internen Angelegenheiten, die das Unternehmen selbst beeinflussen kann, wie beispielsweise Produktszenarien, Strategieszenarien oder Geschäftsmodelle.

In einem kurzen Exkurs zeigte Siebe abschließend, wie Szenarien entwickelt werden. Dies geschieht in der Regel in einem vier stufigen Prozess:

  • Identifizieren und Analysieren der Schlüsselfaktoren: Welches sind die treibenden Kräfte im Szenariofeld?
  • Szenarioprognostik: Wie könnten sich die Schlüsselfaktoren in der Zukunft entwickeln?
  • Bildung, Analyse und Beschreibung der Szenarien: Welche Szenarien sind denkbar und wie sieht der Zukunftsraum aus?
  • Bewertung und Interpretation des Zukunftsraums: Von welchen Szenarien gehen wir aus - und was heißt dies für uns? Welche Handlungsoptionen ergeben sich für mich?

 

Szenarioplanung mit SOLYP3

Als nächster Redner war Kürsat Gökce an der Reihe. Er zeigte den Webinar-Teilnehmern auf anschauliche Weise, wie SOLYP3 erfolgreich eingesetzt werden kann, um eine konsistente und vollständige Szenarioplanung zu betreiben. Diesen Teil können Sie sich nun auch online anschauen:

 

 

Vorausschauende Innovationsplanung: Die Rüstung für eine sichere Zukunft

Zu guter Letzt widmete sich Prof. Dr. Peter Witt dem Thema Innovationsplanung. Er nahm die Webinar-Teilnehmer auf eine kurze und unterhaltsame Reise durch die Unternehmensgeschichte, aus der sich zweierlei Lehren ziehen lassen:

  • Innovationen sind unerlässlich, um sich langfristig am Markt zu behaupten. Unternehmen, die einen wichtigen Trend verschlafen, können schnell ins Straucheln geraten und in ihrer Existenz bedroht werden. Ein berühmtes Beispiel lieferte hierfür jüngst das Traditionsunternehmen Kodak, das den Übergang vom Fotofilm hin zur digital Fotografie verpasst hat und in letzter Konsequenz Insolvenz anmelden musste.
  • Prognosen bezüglich Innovationen lassen sich nur schwer anstellen, da Innovationen immer Trendbrüche hervorrufen. D.h. sie bewirken etwas, das sich nicht vorhersagen lässt. Szenarioanalysen sind hier daher leider nur bedingt hilfreich.

 

Was Unternehmer besonders verunsichern dürfte, sind Studienergebnisse, die zeigen, dass Experten regelmäßig mit ihren Prognosen danebenliegen. Schlimmer noch, Experten liegen in der Regel sogar weiter daneben, als Laien, die rein zufällige Prognosen abgeben. Prof. Witt gab daher den Webinar-Teilnehmer den abschließenden Rat mit auf den Weg, nicht zu sehr auf Experten zu hören, sich nicht von Risiken und Fehlschlägen abschrecken zu lassen und die Methoden eines effizienten Innovationsmanagements konsequent anzuwenden.

Wie immer bedanken wir uns ganz herzlich bei den Referenten und Teilnehmern und freuen uns daraus, Sie auch beim nächsten Mal wieder begrüßen zu dürfen!