SOLYP-Blog

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Julian Kawohl
 

Theorien, Konzepte und Instrumente des Strategischen Managements haben mich mein ganzes Leben begleitet. Im BWL-Studium zentrale Ansätze gelernt, in der Berufspraxis als Strategieleiter angewendet und jetzt als Management-Professor an meine Studierenden und über die Forschung an die Öffentlichkeit weitergegeben. Wenn ich heute meinen ehemaligen Chief Strategy Officer-Kollegen in branchenübergreifenden Netzwerktreffen begegne, dann sehe ich durch diesen Perspektivwechsel große und nachhaltige Veränderungen auf die Arbeit des Strategen zukommen.

„Die Digitalisierung verändert alles“, „Wir brauchen ein neues Geschäftsmodell“, oder „Unsere Industrie steht vor einer Disruption“ - in dieser oder ähnlicher Tonalität - sind die Top-3-Klassiker des Manager-Speechs, die ich immer wieder höre, wenn ich mit Strategieleitern, Vorständen oder Unternehmern in strategischen Diskussionen unterwegs bin. Insbesondere der Begriff Disruption, der ja bereits schon in den 90er Jahren von Harvard-Professor Clayton Christensen in die akademische Diskussion eingeführt worden ist, hat kürzlich eine solche Renaissance erfahren, so dass die FAZ ihn in Ende 2015 zum Wirtschaftswort des Jahres gekürt hat. Dementsprechend stellt sich die Frage, ob das alles nur ein Hype ist, der mit den ihn begleitenden Buzz-Words flankiert wird oder ob wir tatsächlich vor sehr großen Veränderungen stehen, auf die sich Strategen einzustellen haben.

Seit 2011 führen die Universität St.Gallen und die Strategieberatung Roland Berger jährlich Umfragen durch, um die sich verändernde Rolle des Chef Strategy Officers (CSO) in europäischen Unternehmen zu untersuchen. Schwerpunkt der diesjährigen Studie, an der 109 Strategieleiter aus unterschiedlichen Branchen teilnahmen, war die Frage, welchen konkreten Mehrwert CSOs und zentrale Strategieabteilungen dem Unternehmen bieten und wie sich dieser am besten messen lässt. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie...

Traditionelle Strategieberatungen wie die Boston Consulting Group, McKinsey, Bain und Roland Berger bieten ihren Kunden mit ihrem umfassenden Branchen- und Spezialwissen sowie ihrer Unabhängigkeit und Objektivität einen entscheidenden Mehrwert, der ihnen dabei hilft, bessere Unternehmensstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Allerdings lassen sie sich ihre wertvollen Dienste auch teuer bezahlen. Es überrascht daher nicht, dass sich viele Großunternehmen und größere Mittelständler in Deutschland längst nach einer kostengünstigeren Alternative zu externen Dienstleistern umgeschaut haben.

Auch für Strategieverantwortliche und –interessierte ist der Kurznachrichtendienst Twitter längst zu einem der wichtigsten Kommunikationskanäle geworden. Von Tipps zur Strategieentwicklung und -umsetzung bis hin zu Innovations- und Markttrends wird hier alles Mögliche „gezwitschert“, geteilt und diskutiert. Wir haben mal eine Liste der wichtigsten Strategie Thought Leader zusammengestellt, denen auch Sie auf Twitter folgen sollten.