Gegenstromverfahren

Im Rahmen des Gegenstromverfahrens werden Unternehmensziele entwickelt und ihre Umsetzung geplant. Dazu werden auf der Führungsebene des Unternehmens zunächst die übergeordneten Ziele festgelegt, ohne dabei allerdings in die Details zu gehen. Die darunter liegenden Hierarchien haben diese Ziele in Teilschritte zu zerlegen und hinsichtlich der Umsetzbarkeit zu bewerten und zu konkretisieren. Die sich daraus ergebenden Verbesserungen werden als detaillierte Pläne an die Führungsebene zurück gespiegelt, wodurch eine Koordination der einzelnen Teile stattfinden kann.

Damit kombiniert das Gegenstromverfahren die Planung aus der obersten Führungsebene heraus nach unten als Top Down Planung mit der Umsetzbarkeit der untersten Hierarchieebene, die nach oben kommuniziert wird als Bottom Up Planung. Während die Planung Top Down „von oben nach unten" verläuft und vom Abstrakten oder Allgemeinen immer konkreter wird, steht die Planung Bottom Up für die Planung „von unten nach oben" und geht vom Konkreten hin zum Allgemeinen.

Die Top Down Planung des Top Managements hat den großen Vorteil, schon aufgrund der überschaubaren Zahl der Beteiligten eine schnelle Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Die Kommunikation an die nachgelagerten Ebenen kann dann allerdings zu Zeitverzögerungen und zur Verfälschung der ursprünglich geplanten Ziele führen, auch Widerstand dagegen ist möglich. Im Gegenzug sind die unteren Ebenen in die Bottom Up Planung einbezogen, was dort das Gefühl verleiht, an Planungen und Entscheidungen mitwirken zu können und diese auch in der Sache beeinflussen zu können. Durch die Kombination beider Planungsmethoden zu einem Gegenstromverfahren kann sich eine höhere Effizienz der Organisation ergeben.

Die Gegenstromplanung kann nicht nur als strategisches Planungsverfahren eingesetzt werden, sondern wird vielfach und in unterschiedlichsten weiteren Bereichen verwendet. So ist sie eine gängige Planungsmethode in der Politik und in der Wirtschaft. In der Soziologie verwendet man sie zur Organisation sozialer Systeme, in der Informatik zur Entwicklung von neuer Software. Selbst in der Managementtheorie findet sie Eingang. Hier bezeichnet der Begriff Top Down einen Führungsstil, der die Macht des Managers hervorhebt, während Bottom Up für einen Manager steht, der seine Mitarbeiter motivieren und ihre Fähigkeiten optimal einsetzen möchte. Auch im Marketing und in der Psychologie kommt der Begriff der Gegenstromplanung zum Einsatz.

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