Hybride Wettbewerbsstrategien

Im Gegensatz zu den klassischen generischen Wettbewerbsstrategien nach Michael E. Porter, streben hybride Strategien sowohl Kosten- als auch Differenzierungsvorteile an.

Nach dem zeitlichen Ablauf lassen sich zwei Arten von hybriden Wettbewerbsstrategien unterscheiden:

  • Sequenzielle Strategien bzw. „Outpacing“ Strategien, sehen einen rechtzeitigen Wechsel zwischen den beiden Strategieoptionen vor. So kann beispielsweise ein innovatives Unternehmen zunächst eine Differenzierungsphase durchlaufen, in der es neuartige Produkte auf den Markt bringt, die einen hohen Nutzen für den Kunden bieten und mit deren Hilfe sich hohe Preise durchsetzen lassen. Anschließend gilt es, Nachahmer, die unweigerlich auf der Bildfläche erscheinen, zurückzudrängen, indem ein Strategiewechsel hin zu Kostenführerschaft vorgenommen wird. Mittels Produkt- und Prozessstandardisierung senkt das Innovationsunternehmen nun die Preise, wodurch es seinen Wettbewerbsvorsprung weiter ausbauen oder zumindest halten kann. Mit der Entwicklung neuer Produkte beginnt der Zyklus wieder von vorne.

  • Simultane Strategien zielen auf eine gleichzeitige Realisierung von Kosten- und Differenzierungsvorteilen ab. Dies lässt sich beispielsweise durch Masscustomization erreichen, d.h. durch die Produktion individualisierter Produkte zu Kosten, die nur knapp über denen der Massenfertigung liegen. Individualisierung wird hierbei häufig über das Design oder die individuelle Zusammenstellung einzelner Produktbausteine erreicht.

Beispiele für Unternehmen, die hybride Strategien erfolgreich angewendet haben, sind IKEA, Swatch, DELL, Toyota, Sony und Canon.

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