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July 2019
5 Minuten

Strategisches Portfoliomanagement als Dreh- und Angelpunkt zwischen Entwicklung und Umsetzung

Ein strategisches Portfoliomanagement ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf die Vision und Mission des Unternehmens. (Foto: wutzkohphoto/shutterstock.com)

Dem strukturierten Fluss von Informationen und Verantwortlichkeiten kommt eine hohe Bedeutung bei der Unternehmensentwicklung zu. Der Hoshin-Kanri-Ansatz mit der Catch-Ball-Methode ist ein effizientes und wirkungsvolles Tool, um das strategische Portfoliomanagement sinnvoll zu erweitern.


Nachhaltige Wertschöpfung statt kurzfristige Erfolge

Ein strategisches Portfoliomanagement umfasst alle relevanten Bereiche, die den kurz- und langfristigen Unternehmenserfolg sicherstellen. Projekte, Initiativen und Maßnahmen stehen dabei immer im Kontext zu den Strategien und den wirtschaftlichen und kapazitiven Rahmenbedingungen.

Eine wesentliche Erkenntnis für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit sollte daher sein, dass besonders die Kommunikation und die Art und Weise wie mit Verantwortlichkeiten umgegangen wird, durchgängig definiert werden muss. Wichtig ist dabei die ganzheitliche Vorgehensweise, die als künftige Unternehmenskultur entwickelt und laufend gepflegt werden muss.

Effiziente und effektive Steuerungsprozesse im Unternehmen implementieren

Abbildung: Steuerungsprozesse in Unternehmen (© Daniel Trefzer, in Anlehnung an Kudernatsch)

Unternehmensstrategien so zu definieren und zu kommunizieren, dass auf jeder Ebene der einzelne Beitrag und die Position im großen Ganzen erkennbar sind – der Hoshin-Kanri-Ansatz mit der Catch-Ball-Methode ist eine perfekte Vorgehensweise zur Weiterentwicklung. Ziel dieses Ansatzes ist die Ausrichtung des Unternehmens als Ganzes auf das Unternehmensziel, beziehungsweise die Unternehmensstrategien über alle hierarchischen Stufen hinweg.

Die Notwendigkeit einer derartigen Ausrichtung wird gerade in Zeiten agiler Organisationen immer wichtiger, um die Performance der kleinen, unabhängigen, leistungsfähigen und auf den Kundenerfolg konzentrierten Einheiten trotzdem auf ein gemeinsames, unternehmerisches Ziel hinarbeiten zu lassen. Dabei ist besonders auf die multidirektionale Kommunikation zu achten, damit das Unternehmen als Summe von Mitarbeitern, Partnern und Kunden verstanden wird und zielgerichtete Strategien entwickelt werden können. Das Vorgehen, die Projekte und Investitionen entsprechend der globalen Strategie zuzuordnen und bewerten zu können, hat sich schon viele Jahrzehnte bewährt – bevor etwa agiles Management zum Begriff geworden ist.

Pioniere im Bereich des Qualitätsmanagements wie Edwards Deming und Joseph Juran begannen in den 1950ern mit ihren Ideen und Entwicklungen überhaupt erst ein Bewusstsein für Themen wie Führungskonzepte und Veränderungsprozesse in Unternehmen zu wecken. Hewlett-Packard wird dabei die Weiterentwicklung des Total Quality Managements zu Hoshin Kanri zugeschrieben. Hoshin bedeutet übersetzt so viel wie Kompassnadel, Kanri entspricht Begriffen wie Management oder Planung.


Agiles Management und Hoshin-Kanri-Ansatz mit Catch-Ball-Methode ergänzen sich perfekt

© Daniel Trefzer

Durch die kaskadierende Strukturierung der strategischen Ausrichtung erhalten alle Beteiligten die Möglichkeit ihren Beitrag zu verstehen und zu beeinflussen. Von den Führungsebenen bis zu einzelnen Teams, Abteilungen und Mitarbeitern können alle Beteiligten konstruktiv agieren und sich mit der Ausrichtung identifizieren.

Gleichzeitig vereinfacht die bidirektionale Kaskade die Kontrolle oder Nachverfolgung der Ziel- beziehungsweise Effekterreichung. Produktivität, Effizienz und Qualitätsmanagement entwickeln sich parallel und nachhaltig durch die Verankerung neuer Denk- und Kommunikationsstrukturen.

Ein strategisches Portfoliomanagement mit diesen Ansätzen ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf die Vision und Mission des Unternehmens und schließt somit den Kreislauf vom Leitbild über die strategische, taktische und kurzfristige Ausrichtung, Implementierung und Effekterreichung beziehungsweise Effektkontrolle.

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