Ist Ihr Team fit für die Zukunft?

Montag, 19. November 2018

Ist Ihr Team fit für die Zukunft? Mit kompetenzorientierter
Führung den Wettbewerbsvorsprung sichern

Ein Gastbeitrag von Christiana Scholz

„Es sind nicht die Stärksten, die überleben, auch nicht die Intelligentesten, sondern diejenigen, die sich am schnellsten an einen Wandel anpassen können.“ (Charles Darwin)

Das stetige Hervorbringen von Innovationsleistungen ist für die meisten Unternehmen zu einer absoluten Notwendigkeit geworden, um am Markt erfolgreich oder sogar bestehen zu bleiben. Zukunftsorientierte Organisationen brauchen daher eine Belegschaft, die möglichst rasch und eigenverantwortlich auf spezielle Kundenanforderungen reagiert und fähig ist, vorausschauend und kreativ zu agieren, also kompetent zu handeln.

Die immer schneller werdenden Veränderungen seitens Marktanforderungen, Unternehmensumwelten und der Gesellschaft bringen jeden Tag zusätzliche Herausforderungen mit sich. Organisationen und damit auch Führungsmannschaften, die auch in Zukunft ganz vorne mit dabei sein wollen, sollten sich unbedingt auf eine ungewisse Zukunft vorbereiten. Denn nichts ist so sicher wie die Veränderung und Führung wird in der stetig agiler werdenden Welt ein immer schwierigerer Balance-Akt.
 

Auf die Kompetenzorientierung in der Führung kommt es an!

Daumen hoch webAuch wenn wir heute noch nicht wissen wohin sich unsere Zukunft entwickeln wird, können wir sicher sein, dass der aktuell herrschende Wandel nie mehr so langsam sein wird, wie er heute ist. Um die MitarbeiterInnen bestmöglich zu unterstützen, braucht es neue, innovative Ansätze im Bereich der Personalentwicklung und eine kompetenzorientierte Führung. Führungskräfte müssen stets einen Überblick über die zur Erreichung der Unternehmensziele geforderten Kompetenzen haben und die Kompetenzreserven ihrer MitarbeiterInnen kennen.

Gleichzeitig müssen sie selbst über Führungskompetenzen verfügen, die sie befähigen, die vorhandenen Kompetenzen ihres Teams zu nutzen und damit wertzuschätzen, sowie Kompetenzgaps zu identifizieren und gezielt zu schließen. Eine ebenso wichtige Führungsherausforderung besteht darin, optimale Rahmenbedingungen für Flexibilität im Hinblick auf Arbeits- und Lernprozesse zu schaffen und Orientierung zu bieten.

Führungskräfte stehen nach wie vor in engem Kontakt zu ihren MitarbeiterInnen, vereinbaren Entwicklungsziele und reflektieren gemeinsam die Lern- bzw. Entwicklungsschritte in regelmäßigen Abständen und bei Bedarf. Die MitarbeiterInnen kennen dadurch ihre eigenen Entwicklungspotenziale und -bedarfe und gehen eigenverantwortlich und möglichst selbstorganisiert damit um. Durch die gestärkte Selbstverantwortung der MitarbeiterInnen lassen sich Kundenanforderungen leichter identifizieren und Innovationsleistungen anforderungsgerecht generieren. 

Erfolg setzt das Setzen von Zielen voraus

Dartscheibe webUnternehmen, die in erster Linie mit Hilfe von dicken Seminarkatalogen Entwicklungsarbeit per Gießkanne betreiben, haben keine messbaren, terminierten Ziele im Hinblick auf die Unternehmensstrategie formuliert. Was hier zählt sind vermutlich: Anzahl der geschulten Köpfe pro Jahr, absolvierte Schulungstage und Einhaltung des Budgets. Diese Fakten sind wichtig und gut in Form von Grafiken darstellbar. Der gewünschte Entwicklungserfolg lässt sich damit allerdings mit Sicherheit nicht nachweisen. Denn auch in der MitarbeiterInnenentwicklung kann man nur dann von Erfolg sprechen, wenn die Entwicklungsziele erreicht werden. Einzige Voraussetzung ist natürlich, diese vorab zu definieren.

Die Erreichung von Kompetenzzielen wird allerding erst in der Ausführung von Arbeitsprozessen sichtbar. Bewertet oder gemessen wird Kompetenz durch Beobachtung des Verhaltens im Prozess der Arbeit durch z.B. Führungskräfte, aber auch in arbeitsbasierten Kompetenzinterviews und mittels Kompetenzdiagnostik. Im Sinne des Bildungscontrollings lassen sich die Kompetenzentwicklungserfolge mithilfe einer Vorher- und Nachher-Kompetenzdiagnostik erheben und damit transparent nachweisen.

Diese Transparenz stellt wiederum die Arbeitsgrundlage für das Recruiting, die Personalentwicklung, das Karriere- und Talentmanagement bis hin zum Performancemanagement und dem Bereich von Compensation & Benefit dar. Deshalb werden Kompetenzmanagement, -diagnostik und -entwicklung immer mehr als wertvolles Führungsinstrument geschätzt. 

Fünf Erfolgsparameter für eine kompetenzorientierte Führungsarbeit

Die nachfolgend dargestellten Erfolgsparameter für die Etablierung und nachhaltige Praktizierung eines kompetenzorientierten Führungsstils können nur in einem aufeinander abgestimmten Zusammenspiel aller fünf Erfolgsparameter eine effektive Wirkung haben.

        • 1. Das entsprechende „MindSet des Managements“ ist Grundvoraussetzung!

          Als wichtigste Voraussetzung aller Bestrebungen in Richtung einer kompetenzorientierten Führung gilt ein grundsätzliches Verständnis für dessen Erfordernis, um den zukünftigen Herausforderungen in den immer stärker umkämpften Märkten entgegenzutreten. Dieses Verständnis muss vom Topmanagement über alle Hierarchieebenen vorhanden sein. Will man als Pionier „Kompetenzorientierung“ ins Unternehmen bringen, ist es unerlässlich, sich Gleichgesinnte und wichtige Meinungsmacher innerhalb der Organisation ins Boot zu holen und für jede Zielgruppe die entsprechenden Nutzenargumente nachvollziehbar zu formulieren. Im Alleingang hat man leider kaum eine Chance.

        • 2. Professioneller Aufbau eines strategischen Kompetenzmanagements

          Es muss kein ewig dauerndes Projekt für die Implementierung eines strategischen Kompetenzmanagements aufgesetzt werden, trotzdem braucht kompetenzorientierte Führung ein professionell aufgesetztes und von der Unternehmensstrategie abgeleitetes Kompetenzmanagementsystem als grundlegende Basis. Denn es ist wichtig zu wissen, was das Unternehmen, im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit, heute und in Zukunft braucht und damit von den MitarbeiterInnen verlangen wird bzw. werden muss. 

        • 3. Statusanalyse durchführen und Kompetenzziele definieren
          Führungskräfte müssen einen Überblick über die zur Erreichung der Unternehmensziele geforderten Kompetenzen haben und die Kompetenzreserven ihrer MitarbeiterInnen kennen. Darauf basierend können konkrete und individuelle Kompetenzentwicklungsziele abgeleitet und verbindlich vereinbart werden. Genau hier setzt auch kompetenzorientierte Führung an.

        • 4. Feedback & Reflexion: Mit den MitarbeiterInnen reden
          Kompetenzentwicklung passiert ausschließlich in realen Situationen und in einem sozialen Umfeld. Ausprobieren und Erleben ist für die Entwicklung von Kompetenzen absolut notwendig. Daher müssen lernförderliche Handlungsspielräume innerhalb der Arbeitsprozesse geschaffen werden. Darauf basierendes regelmäßiges Feedback und gezielte Reflexionsarbeit sind machtvolle Werkzeuge im Kompetenzentwicklungsprozess und genau das macht kompetenzorientierte Führung aus.
           
        • 5. Die eigene Kompetenzentwicklung in die Hand nehmen

          „Wasser predigen und Wein trinken“ - ein NoGo! Führungskräfte, die kompetenzorientiert führen, sich um die Kompetenzentwicklung der MitarbeiterInnen bemühen und diese entsprechend ihrer Kompetenzen einsetzen, sollten auch selbst an der eigenen Kompetenzentwicklung arbeiten und ein offenes Ohr für Feedback und Kritik seitens der eigenen MitarbeiterInnen haben. Das wirkt nicht nur kompetenzentwicklungsförderlich, sondern daneben auch noch authentisch. 



Über die Autorin

Christiana Scholz webChristiana Scholz ist Unternehmensberaterin für strategisches Kompetenzmanagement und innovative betriebliche Lernkonzeptionen. Ihre Lizenzierung im Bereich Kompetenzdiagnostik und -entwicklung zur KODE®- und KODE®X-Beraterin und -Trainerin runden ihr Profil als anerkannte Ansprechpartnerin im Hinblick auf kompetenzorientierte Personalentwicklung optimal ab. Daneben ist sie als Lehrende bzw. Tutorin und E-Tutorin an der Donau-Universität Krems, an der FH Wien der WKW und am FHCampus Wien sowie als Trainerin in der Privatwirtschaft, Referentin und Autorin tätig. Mehr erfahren Sie unter www.competence-generation.at oder per Mail an scholz@competence-generation.at.