Manager vs. Maschine: essenzielle Skills in Zeiten von KI

Mittwoch, 30. Januar 2019

Manager vs. Maschine: 
essenzielle Skills in Zeiten von KI

In den vergangenen Jahren hat sich die Technik im Bereich KI stark weiterentwickelt – durch den Einsatz lernender Software werden immer mehr Arbeitsabläufe und Geschäftsmodelle auf den Prüfstand gestellt. Doch der digitale Wandel beeinflusst auch grundsätzlich die Art und Weise, wie Führung funktioniert: Alte Führungsdogmen und -methoden geraten immer mehr unter Legitimationsdruck und müssen an ein hochdynamisches Umfeld angepasst werden.

Da liegt es nahe, dass künftig auch eine neue Generation von Führungskräften gefragt ist. Doch welche Skills müssen Manager mitbringen, um in einer von KI geprägten Arbeitswelt erfolgreich zu sein? Wir glauben, dass es zukünftig vor allem auf vier wesentliche Fähigkeiten ankommen wird.

1. Ein grundsätzliches Technologieverständnis

Innovation erkennen webTechnologie wird zweifelsohne immer allgegenwärtiger am Arbeitsplatz – das führt zu neuen Herausforderungen, wenn es um Kompetenzaufbau, Rollen im Team, Datenmanagement, Datenschutz usw. geht. Daher liegt die erste Anforderung an künftige Manager auf der Hand: Sie müssen die neuen Technologien verstehen, um aufkommende Probleme frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Müssen Chefs also zukünftig selbst programmieren können?

Nein, denn es geht vielmehr um ein grundlegendes Verständnis digitaler Prozesse und Geschäftsmodelle, um die Expertise der Mitarbeiter einschätzen und optimal nutzen zu können. Eine der Kernaufgaben zukünftiger Manager wird es also sein, Mitarbeiter mit dem benötigten Spezialwissen zu finden, in Teams einzubinden und deren individuelle Stärken zu fördern.

2. Ein empathischer Führungsstil
 
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Es drängt eine ganz neue Generation von Arbeitskräften auf den Markt, bei der egozentrische Führungsmethoden nicht mehr funktioniert – die sogenannten „Millenials“ erwarten Führung auf Augenhöhe. Hierarchische Strukturen sind in Zukunft passé: „Ich bin hier der Boss und Sie tun was ich sage“ – das war einmal. Kommunikationsaspekte und Beziehungsmanagement werden hingegen immer wichtiger.

Hinzu kommt, dass Führungskräfte die Weiterentwicklung ihres Teams durch immer neue technologische Entwicklungen noch genauer im Blick behalten müssen: In einer KI-geprägten, auf Algorithmen und Wahrscheinlichkeitsrechnungen basierenden Welt werden Soft Skills wie kritisches Hinterfragen und kreative Ansätze zur Problemlösung immer bedeutsamer. 

3. Interkulturelle Kompetenz und Teambuildung

team gute stimmung webKollaborative Teams mit der richtigen Mischung aus Verantwortung und konstruktiver Kritik zu führen, wird eine der entscheidenden Fähigkeiten für zukünftige Manager sein: Zum einen wird die Zusammenarbeit in Abteilungsübergreifenden Teams oder die Unterstützung durch externe Dienstleistern immer gängiger, auch international arbeitende Teams sind keine Seltenheit mehr. Zum anderen werden Teams auch demographisch immer vielfältiger: Die Generation Z drängt auf den Arbeitsmarkt, während die sogenannten Babyboomer vermutlich bis weit über das traditionelle Rentenalter hinaus arbeiten werden.

Doch diese künftige Teamvielfalt sollten Manager unbedingt als Chance sehen, wenn es darum geht, innovative Ideen und zeitnahe Ergebnisse zu fördern: Oftmals tragen unterschiedliche Blickwinkel auf ein Problem und anregende Diskussionen schneller zur Lösungsfindung bei, als breiter Konsens und ungestörte Harmonie unter den Mitarbeitern.

4. Kritisches Reflektieren und stetige Optimierung

Spiegel webDer tiefgreifende Wandel in der Wirtschaft wird Unternehmen zwingen, sich kontinuierlich neu zu erfinden oder zumindest neu zu orientieren. Eine langfristige Planung, wie sie früher möglich war, wird aufgrund der oftmals nicht mehr linear verlaufenden Entwicklung immer schwieriger – es gilt daher vielmehr, das Ziel grob vorzugeben und unterwegs stetig nachzujustieren. Für Manager wird es darum in Zukunft immer wichtiger, alle Aspekte und Auswirkungen ihrer Arbeit und der ihres Teams im Blick zu behalten: Dabei helfen intelligente Tools, die KPIs mit wenigen Klicks anzeigen und alle wichtigen Informationen zielgruppenspezifisch aufarbeiten.

Fazit: Mensch oder Maschine?

Zweifelsohne wird die zunehmend komplexere Digitalisierung den Führungskräften von morgen viel abverlangen. Trotzdem sind wir uns sicher: Auch in Zukunft wird der Mensch nicht durch Maschinen ersetzbar sein, wenn es auf gute Führung ankommt. Im Zeitalter der brillanten Maschinen wird Menschlichkeit den Unterschied machen – dann, wenn es darum geht, die richtigen Fragen zu stellen. Wenn schnell auf außergewöhnliche Umstände reagiert werden muss. Und wenn zwischen Mensch und Technik vermittelt werden muss. Kurz: Wenn es um die sanfte Seite des Managements geht, die Unternehmen zusammenhält und sie sich immer neu erfinden lässt.