Strategisches Portfoliomanagement als Dreh- und Angelpunkt zwischen strategischer Entwicklung und Umsetzung

Mittwoch, 24. Juli 2019

Ein Gastbeitrag von Daniel Trefzer
 

Dem strukturierten Fluss von Informationen und Verantwortlichkeiten kommt eine hohe Bedeutung bei der Unternehmensentwicklung zu. Der Hoshin-Kanri-Ansatz mit der Catch-Ball-Methode ist ein effizientes und wirkungsvolles Tool, um das strategische Portfoliomanagement sinnvoll zu erweitern.

Nachhaltige Wertschöpfung statt kurzfristige Erfolge


Ein strategisches Portfoliomanagement umfasst alle relevanten Bereiche, die den kurz- und langfristigen Unternehmenserfolg sicherstellen. Projekte, Initiativen und Maßnahmen stehen dabei immer im Kontext zu den Strategien und den wirtschaftlichen und kapazitiven Rahmenbedingungen.

Eine wesentliche Erkenntnis für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit sollte daher sein, dass besonders die Kommunikation und die Art und Weise wie mit Verantwortlichkeiten umgegangen wird, durchgängig definiert werden muss. Wichtig ist dabei die ganzheitliche Vorgehensweise, die als künftige Unternehmenskultur entwickelt und laufend gepflegt werden muss.

Strategisches Portfoliomanagement: effiziente und effektive Steuerungsprozesse im Unternehmen implementieren


Strategisches Portfoliomanagement: effiziente und effektive Steuerungsprozesse im Unternehmen implementieren


Unternehmensstrategien so zu definieren und zu kommunizieren, dass auf jeder Ebene der einzelne Beitrag und die Position im großen Ganzen erkennbar sind – der Hoshin-Kanri-Ansatz mit der Catch-Ball-Methode ist eine perfekte Vorgehensweise zur Weiterentwicklung. Ziel dieses Ansatzes ist die Ausrichtung des Unternehmens als Ganzes auf das Unternehmensziel, beziehungsweise die Unternehmensstrategien über alle hierarchischen Stufen hinweg.

Die Notwendigkeit einer derartigen Ausrichtung wird gerade in Zeiten agiler Organisationen immer wichtiger, um die Performance der kleinen, unabhängigen, leistungsfähigen und auf den Kundenerfolg konzentrierten Einheiten trotzdem auf ein gemeinsames, unternehmerisches Ziel hinarbeiten zu lassen. Dabei ist besonders auf die multidirektionale Kommunikation zu achten, damit das Unternehmen als Summe von Mitarbeitern, Partnern und Kunden verstanden wird und zielgerichtete Strategien entwickelt werden können. Das Vorgehen, die Projekte und Investitionen entsprechend der globalen Strategie zuzuordnen und bewerten zu können, hat sich schon viele Jahrzehnte bewährt – bevor etwa agiles Management zum Begriff geworden ist.

Pioniere im Bereich des Qualitätsmanagements wie Edwards Deming und Joseph Juran begannen in den 1950ern mit ihren Ideen und Entwicklungen überhaupt erst ein Bewusstsein für Themen wie Führungskonzepte und Veränderungsprozesse in Unternehmen zu wecken. Hewlett-Packard wird dabei die Weiterentwicklung des Total Quality Managements zu Hoshin Kanri zugeschrieben. Hoshin bedeutet übersetzt so viel wie Kompassnadel, Kanri entspricht Begriffen wie Management oder Planung.

Agiles Management und der Hoshin-Kanri-Ansatz mit der Catch-Ball-Methode ergänzen sich perfekt


Strategische Ausrichtung und kurzfristige Veränderungen


Durch die kaskadierende Strukturierung der strategischen Ausrichtung erhalten alle Beteiligten die Möglichkeit ihren Beitrag zu verstehen und zu beeinflussen. Von den Führungsebenen bis zu einzelnen Teams, Abteilungen und Mitarbeitern können alle Beteiligten konstruktiv agieren und sich mit der Ausrichtung identifizieren.

Gleichzeitig vereinfacht die bidirektionale Kaskade die Kontrolle oder Nachverfolgung der Ziel- beziehungsweise Effekterreichung. Produktivität, Effizienz und Qualitätsmanagement entwickeln sich parallel und nachhaltig durch die Verankerung neuer Denk- und Kommunikationsstrukturen.

Ein strategisches Portfoliomanagement mit diesen Ansätzen ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf die Vision und Mission des Unternehmens und schließt somit den Kreislauf vom Leitbild über die strategische, taktische und kurzfristige Ausrichtung, Implementierung und Effekterreichung beziehungsweise Effektkontrolle.


Bildnachweis (von oben):

© istock.com I Courtney Keating
© Daniel Trefzer (eigene Darstellung in Anlehnung an Kudernatsch)
© Daniel Trefzer (eigene Darstellung)
© Daniel Trefzer



Über den Autor

Daniel TrefzerDaniel Trefzer ist Change Architekt und Partner bei der adensio GmbH.

Mit den Schwerpunkten strategisches Portfoliomanagement, agile Organisationen und dazu passenden Softwareprodukten begleitet er Unternehmen mit dem systemischen Ansatz der adensio hinsichtlich Menschen, Methoden, Prozessen und Technologien.

Über adensio

Potenziale aufzudecken und dafür ein individuelles strategisches Portfoliomanagement zu entwickeln – das ist die Kernkompetenz der adensio GmbH.

Die Change Architekten verstehen sich darauf, den Wandel sowie die Implementierung mit einem ganzheitlichen systemischen Ansatz zu begleiten und notwendige Impulse zu setzten. Der Ansatz umfasst die vier Erfolgsfaktoren Menschen, Methoden, Prozesse und Technologie.