SOLYP-Blog

Ein Gastbeitrag von Dagmar Recklies
 

Branchenübergreifende Innovation bedeutet, Ansätze aus anderen Branchen auf das eigene Geschäftsfeld zu übertragen und so Neues zu schaffen. Dieses Konzept wird zu einem immer wichtigeren Bestandteil in der strategischen Toolbox vieler Unternehmen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Reife Geschäftsfelder, Produktgruppen und Märkte ohne große Wachstumspotenziale treffen auf disruptive Veränderungen. Softwaregetriebene Geschäftsmodelle greifen lange etablierte Branchenstrukturen an. Und Kunden, die oft genug selbst unter Innovationsdruck stehen, haben veränderte Erwartungen und Bedürfnisse.

Mittlerweile hat es wohl jeder noch so konservative Vorstandschef eingesehen: Die Digitalisierung lässt sich nicht abwenden, ignorieren oder weglächeln. Doch kein Grund, panisch zu werden: Wer sich heute der Herausforderung stellt, kann sich morgen über verbesserte Arbeitsabläufe, Produktinnovationen und neue Absatzmärkte freuen. Ob Ihr Unternehmen bereit für die digitale Transformation ist, finden Sie heraus, indem Sie sich vier einfache Fragen stellen.

Unternehmen stecken viel Kreativität, Energie und Ressourcen in die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Wenn es aber darum geht, den durch die Innovation geschaffenen Wert (engl. „Value Creation“) einzufangen und in Gewinn umzuwandeln (eng. „Value Capture“), sind dem Einfallsreichtum vieler Führungskräfte leider allzu oft Grenzen gesetzt. Entweder setzen sie sich mit dem Thema „Value Capture“ in der Annahme, dass sich Innovationen schon von alleine bezahlt machen, gar nicht auseinander, oder aber sie reduzieren es allein auf die Preisfrage. Damit verschenken sie großes Wachstumspotenzial...

In dynamischen, technologieorientierten Branchen stellt Innovationsfähigkeit eine wichtige, wenn nicht gar die wichtigste Quelle für Wettbewerbsvorteile dar. Innovationen können grundsätzlich auf zwei Wegen entstehen: innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Letzteres geschieht meist im Rahmen von Auftragsforschung, in Kooperation mit anderen Firmen oder durch den Kauf von Technologien, Lizenzen und Unternehmensrechten. Ein relativ neuer Ansatz, der jedoch immer beliebter zu werden scheint, ist dagegen das sogenannte „Acqui-hiring“.

Wie bereits kürzlich an dieser Stelle berichtet, ist Harvard Business School Professor Clayton Christensen erneut von Thinkers50 zum weltweit einflussreichsten Managementdenker gekürt worden. Christensen ist meist bekannt durch seine wegweisende Idee der „disruptiven Innovation“, die eine ganze Generation von Managern geprägt und bis heute nichts an ihrer Aktualität und Dringlichkeit eingebüßt hat. Dennoch besteht bei vielen Leuten aus der Unternehmenspraxis Unklarheit darüber, was disruptive Innovation genau ist und inwiefern sie die Strategiearbeit beeinflusst. Wir möchten daher die Gelegenheit nutzen, das Konzept einmal genauer zu betrachten.